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Wachsen in Pyeongchang

Roger Wachs (45) aus Büren an der Aare ist Chef des Langlauf-Serviceteams und berichtet von den Olympischen Spielen.

Roger Wachs (45) aus Büren an der Aare berichtet aus Südkorea.
Roger Wachs (45) aus Büren an der Aare berichtet aus Südkorea.
PD

Meine sieben Kollegen und ich arbeiten in einem Container zwischen der Langlauf- und der Biathlonanlage. Trotz vier Elektroöfen wird es in unserem kleinen Reich nicht wärmer als 15 bis 16 Grad. Wir haben rund 2,5 Tonnen Material nach Südkorea mitgebracht, darunter 480 Paar Langlaufski und eine Schleifmaschine.

Im Vergleich zu anderen Nationen sind wir ein kleines Team; die Norweger zum Beispiel sind mit 25 Mann hier. Nathalie von Siebenthal hat einen Grundstock von 35 Paar Ski. Doch weil der Schnee hier hart und fein ist, bleiben aufgrund der Konstruktion und des Schliffs noch 5, 6 Paare zur Auswahl übrig. Andere Ski würden wir benötigen, wenn es wärmer, der Schnee wässriger und das Korn dadurch gröber würde.

Derzeit haben die Skandinavier quasi Heimvorteil, uns Schweizern liegen die nassen Verhältnisse besser. Trotzdem hatte Nathalie im Skiathlon überdurchschnittlich schnelle Ski an den Füssen. Beim Wachsen muss man die Balance finden zwischen Grip und Speed.

Die Frauen, die generell über weniger Kraft verfügen, benötigen mehr Grip. Je besser jemand technisch ist, desto stärker können wir die Ski für den klassischen Stil Richtung hoher Gleitfähigkeit präparieren. Dario Cologna hatte für den Klassikteil gutes Material, für die Skating-Runde durchschnittliches.

Dass er unter Wert geschlagen wurde, lag daran, dass die Norweger und Finnen eine Teamtaktik anwendeten und ihn so weichkochten. Doch die Form stimmt, er hat gute Chancen, in den anderen Disziplinen aufs Podest zu laufen. Nathalie bot mit Platz 6 eine grossartige Leistung, trotzdem muss bei ihr im 10-km-Skating-Rennen alles zusammenpassen, damit sie eine Medaille gewinnen kann.

Als Servicemann ist man für gewisse Athleten eine Vertrauensperson, aber ich erachte es als besser, wenn wir nicht zu eng befreundet sind. Schliesslich sind wir ein Dienstleistungsbetrieb.

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