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Verstärkung für die Fraktion Ü-30

Wiler-Ersigen besiegt die Tigers Langnau im ersten Derby der Saison mit 7:5. Im Fokus steht dabei Joel Krähenbühl. Er ist bei Wiler gross geworden, war die letzten sechs Saisons aber ein ­Tiger. Jetzt ist er zurück.

Lässt das Tor nicht aus den Augen: Joel Krähenbühl setzt im Spiel gegen Ex-Klub Langnau (hier Johan Samuelsson) zum Abschluss an.
Lässt das Tor nicht aus den Augen: Joel Krähenbühl setzt im Spiel gegen Ex-Klub Langnau (hier Johan Samuelsson) zum Abschluss an.
Daniel Christen

Es scheint fast, als wolle Joel Krähenbühl Spannung ins Spiel zurückbringen. Wiler-Ersigen führt vier Minuten vor Schluss 6:4, als Joel Krähenbühl auf die Strafbank muss. Wegen Reklamierens. «Mir darf das auf keinen Fall passieren», wird der 32-Jährige sagen. Seine ehemaligen Kollegen der Tigers Langnau verkürzen in Überzahl, das Spiel droht zu kippen. Die Gäste ersetzen Goalie Jürg Siegenthaler durch einen sechsten Feldspieler – doch Patrick Mendelin sichert Wiler-Ersigen mit dem 7:5 ins leere Tor die drei Punkte.

Hätte der Meister Wiler-Ersigen das Spiel aus der Hand ge­geben, Krähenbühl hätte sich einige Sprüche anhören müssen. Die letzten sechs Saisons hat der kleingewachsene Stürmer bei den Tigers verbracht, er ist in Biglen heimisch geworden. «Es wäre gelogen, zu behaupten, das Wiedersehen sei nichts Besonderes gewesen», gibt Krähenbühl zu.

In der Debütsaison das Triple

Bei den Langnauern war er ein Leader, einer der Erfahrensten. Ein Vorkämpfer. Aber: «Die letzte Saison war schwierig für mich. Womöglich fehlte mir eine Portion Selbstkritik», sagt Krähenbühl. Er spürte: Es ist Zeit, nochmals etwas zu verändern. Infrage kam einzig eine Rückkehr zu ­Wiler-Ersigen, an den Ort seines Durchbruchs als NLA-Spieler.

In der Saison 2004/2005 hatte der damalige Junior in der höchsten Spielklasse debütiert. Trainer Thomas Berger, damals in seiner ersten Amtszeit bei den Unteremmentalern, setzte Krähenbühl zunächst sporadisch, bald regelmässig ein. Wiler gewann sensationell den Champions Cup, später den Schweizer Cup und die Meisterschaft – das Triple war perfekt.

In den Folgejahren gewann Krähenbühl weitere Titel, lief für die Schweizer Nationalmannschaft auf. Bis beim Stürmer ein Sättigungsgefühl auftrat. 2011 entschied er sich für den Wechsel zu den Tigers. Auch mit den Langnauern stand er je einmal im Playoff- und im Cupfinal – blieb aber ohne Titelgewinn.

Während der sechs Jahre hat sich wenig geändert: Wiler-Ersigen agiert noch immer dominant, wobei die Konkurrenz aufgeholt hat. Er wolle es sich nochmals beweisen, liess Krähenbühl im Zuge seiner Rückkehr zum amtierenden Meister verlauten. Nach dem Derby gegen die Tigers sagt er: «Ich wollte nochmals etwas verändern, nochmals den ausgeprägten Konkurrenzkampf im Training spüren.» Im Kader von Trainer Berger, der ebenfalls ins Bernbiet zurückgekehrt ist, haben nur wenige eine Stammplatzgarantie.

Im jungen Team ein Leader

Im neuen Gebilde des elffachen Champions soll Krähenbühl mithelfen, die vielen jungen Akteure zu führen, ihnen helfend zur Seite zu stehen. «Meine Rolle ist der­jenigen bei den Tigers ziemlich ähnlich», hält der Routinier fest.

Seine spielerischen Qualitäten werden aber weiterhin geschätzt. Berger lobt, Krähenbühl bringe «ein wichtiges Speedelement mit. Joel versucht stets, alles bei maximaler Geschwindigkeit auszuführen.» Zusammen mit Patrick Mendelin und Matthias Hofbauer bildet Krähenbühl am Sonntag die erfolgreiche Ü-30-Formation, bei vier der sieben Tore steht er auf dem Feld.

Der Fehlstart gegen Köniz (3:8) ist korrigiert: Wiler-Ersigen hat am Wochenende neben den Tigers auch Vizemeister Alligator Malans (7:4) besiegt, dabei die Effizienz gesteigert. Die Erleichterung ist gross, das verheimlicht Krähenbühl nicht. Mit 32 Jahren scheint er nochmals Titelhunger zu verspüren. Der Wechsel habe nur mit seiner Person zu tun gehabt, nicht mit den Tigers als Verein. Das zu betonen, ist Krähenbühl wichtig.

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