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Verlorener Sohn als Trumpf des VBC Münchenbuchsee

Nach einem turbulenten Sommer ist Martin Weber zum VBC Münchenbuchsee zurückgekehrt. Die Berner dominieren die NLB.

Ball und Gegner unter Kontrolle: Martin Weber befindet sich mit Münchenbuchsee auf Erfolgskurs.
Ball und Gegner unter Kontrolle: Martin Weber befindet sich mit Münchenbuchsee auf Erfolgskurs.
Christian Pfander

Es war ein spezielles Rendezvous für Martin Weber: Der 27-Jährige traf mit dem VBC Münchenbuchsee in einem Trainingsspiel am Mittwoch auf Swica Volley Münsingen – mit den Aaretalern hatte er im März überraschend die Bronzemedaille gewonnen. Fünf Monate später verliess der Berner den finanziell darbenden Klub mehr oder weniger freiwillig; vergebens hatte er auf ein richtungweisendes Signal der Vereinsführung gewartet (diese Zeitung berichtete). «Ich musste Handeln, sonst wäre ich plötzlich ohne Klub dagestanden», sinniert Weber.

NLB-Klub Münchenbuchsee verlor zwar die Testpartie gegen das NLA-Schlusslicht, dem momentanen Höhenflug des Dorfvereins tat dies jedoch keinen Abbruch. Mit fünf Siegen aus ebenso vielen Spielen ist das Team in die Meisterschaft gestartet und ziert punktgleich mit Schönenwerd die Tabellenspitze der West-Gruppe. «Wenn ich einen Blick auf die jeweiligen Ranglisten werfe, war der Wechsel wohl ein weiser Entscheid», sagt Weber mit einem Augenzwinkern.

Der Teamgeist sei in Münchenbuchsee der grosse Trumpf, erklärt Weber. «Verlorene Söhne» würden nach einigen Jahren oftmals wieder zurückkehren. Auch Weber zählt zu diesen, vor seinem Wechsel nach Münsingen hatte er bis 2006 bei «Buchsi» gespielt – damals noch in der NLA. Die höchste Spielklasse reize ihn nach wie vor, sagt der Mittelblocker. «Trotz des guten Saisonauftakts sollte der Aufstieg in unseren Köpfen aber noch kein Thema sein.» In der Saisonvorbereitung hat der NLB-Leader mit einem Sieg gegen das oberklassige Laufenburg überzeugt. Weber gibt aber zu Bedenken, dass der Unterschied zwischen den beiden Ligen doch sehr gross sei.

Trillers Aura

Martin Weber gehört in der NLB zu den Leistungsträgern. Dreimal wöchentlich trainiert er in der Halle, im Sommer hechtet er täglich im Sand den Bällen hinterher. Mit Partner Marco Fölmli belegt er in der Hierarchie der Schweizer Beachvolleyball-Tandems Rang zehn. «Fast alle nationalen Spitzenteams sind mittlerweile Vollprofis. Deshalb wird es sehr schwer, den Anschluss zu schaffen», sagt Weber, der in einem 80-Prozent-Pensum als Sachbearbeiter tätig ist.

Neben Weber hat aus dem diesjährigen Kader auch Michael Müller die erfolgreichen Zeiten des Klubs aktiv miterlebt. Benjamin Heimgartner (Sursee), Patrick Trachsel und Gilberto Herrera (beide Münsingen) haben ebenfalls Erfahrungen in der höchsten Spielklasse sammeln können. Ein wichtiger Eckpfeiler ist Ronald Triller. Im ostdeutschen Cottbus aufgewachsen, avancierte er beim SSC Berlin zum Starspieler und mehrfachen Deutschen Meister, mit der DDR- und später der Deutschen Nationalmannschaft nahm er an Europa- und Weltmeisterschaften teil. 220 Länderspiele hat er bestritten, in der ewigen Bestenliste rangiert er damit auf Platz zwei. Der 45-Jährige führte Münchenbuchsee 2001 als Spielertrainer in den elitären Zirkel der höchsten Spielklasse. Nach einem Intermezzo beim Schweizer Volleyballverband ist Triller, der mit der langjährigen Könizer Führungsspielerin Jeanete Strazdina liiert ist, im Vorjahr nach Münchenbuchsee zurückgekehrt und wirkt nun als Assistent von Trainer Jürg Wüthrich. «Was er sagt, hat Hand und Fuss. Wir können viel von ihm profitieren», erklärt Weber, der den Spitzenspielen auswärts gegen Lutry (morgen) und in der eigenen Halle gegen Schönenwerd (7.Nov.) entgegenfiebert.

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