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Triumphaler Ritt auf der Erfolgswelle hält an

Erfolgreichster Schweizer Reiter und Gold mit der Equipe an der EM in Windsor, Weltcup-Siege in Oslo und Helsinki, dazu im Juni die Geburt von Sohn Louis – der Seeländer Daniel Etter reiht derzeit einen Erfolg an den anderen.

Daniel Etter und Peu à peu springen der Konkurrenz zurzeit auf und davon.
Daniel Etter und Peu à peu springen der Konkurrenz zurzeit auf und davon.
Keystone

«Von null zum Helden in 2 Sekunden oder – von null zum Vollidioten auch in 2 Sekunden», sagt Daniel Etter über seinen Sport. Will beispielsweise heissen – ein Galoppsprung zu viel oder einer zu wenig, und statt Sieg und Medaille bleiben im Idealfall Trostpreis und nette Worte. Beim 34-jährigen Seeländer und seinem 13-jährigen Westfalen-Wallach Peu à peu passen die Galoppsprünge seit Wochen makellos. Nachdem er das letzte Weltcup-Qualifikationsspringen der Saison 2008/2009 in Hertogenbosch gewonnen hatte, triumphierte der Müntschemierer nun auch im Rahmen der ersten beiden Weltcups dieser Saison. De facto also drei Weltcup-Siege in Folge – eine famose Serie. Während der letzten Woche gewann Etter in Oslo und in Helsinki. «Warum es so gut läuft, kann ich auch nicht genau sagen», sagt der Mann, der in den letzten Jahren punkto Glanz und Gloria auch schon anderes, knapp daneben eben, erlebt hat. Momente, an die er nun auch im Hoch bisweilen denkt und dazu sagt: «Für den, der den Kopf aus dem Dreck rauszieht, gibt es immer wieder ein Hoch.»

Sicher, so Etter, spiele die Erfahrung seines Pferdes punkto seiner Triumphe eine wichtige Rolle. «Und Glück braucht es natürlich auch.» Allein: Auch dem Reiter gebührt grosser Anteil. Etter musste sowohl in Oslo wie auch in Helsinki im Stechen angreifen – und der beste Schweizer an der EM Ende August in Windsor (Rang 6) hat diese Herausforderung kontrolliert gemeistert. «Alles ist aufgegangen», sagt er.

Mit den 40 Weltcup-Punkten steht Etters Teilnahme am Weltcup-Final in Genf (14. bis 18.April 2010) nach 2 von 13 Qualifikationsprüfungen praktisch fest. «Ein tolles Gefühl», sagt der Seeländer. Die Hetzjagd in letzter Sekunde nach fehlenden Punkten fällt heuer aus.

Für drei verantwortlich

Abgesehen von der Routine seines Toppferds Peu à peu, die stark macht, ist Etter seit dem 10.Juni auch Vater von Sohn Louis. Wenn Menschen Eltern werden, nimmt das Verantwortungsbewusstsein bei Mama (in diesem Fall Marie Pellegrin) und Papa in der Regel zu. Schliesslich werden Menschenkinder nicht wie Pferde geboren, die schon kurz nach der Geburt auf eigenen Beinen stehen. «Ich muss jetzt mehr Geld verdienen, damit es genug zu essen gibt», sagt Etter schmunzelnd. Insofern könne man von «Babydoping» sprechen. Was sich seit der Geburt seines Sohnes sonst für ihn geändert hat? «Ich schaue vermehrt darauf, dass ich so oft wie möglich zu Hause bin.» Gegen ein turnierfreies Wochenende habe er «ganz und gar nichts einzuwenden, wenn es sich so ergibt». Ansonsten gehören inzwischen auch die hilfsbereiten Grossmütter zum «Team Etter» und sorgen dafür, dass für Louis gesorgt ist, wenn Mama und Papa im Sattel sitzen und Geld verdienen. Wer weiss, vielleicht bleibt vom grossen Preisgeld in Oslo und Helsinki etwas fürs Konfirmationskonto von Klein Louis übrig?

EM-Gold ist auch ein Teil

All die Erfolge der letzten Wochen und Monate, zu denen auch die Goldmedaille an der EM in Windsor mit der Equipe sowie die Geburt seines Sohnes zählen, haben Daniel Etter eine Flut von Glückwünschen in jeglicher erdenklichen Form beschert. Selbst wenn er noch nicht Ehrenbürger von Müntschemier ist – «ich versuche das Ganze einfach zu geniessen». Und Etter denkt im Erfolg auch an die Leute, die ihm diese Erfolge ermöglichen. «Es ist eine schöne Art, den Sponsoren, die auf mich setzen und mir vertrauen, etwas zurückzugeben.»

Das nächste Weltcup-Springen findet Ende Monat in Lyon statt. «Vielleicht werde ich da noch einmal starten», so Daniel Etter. Danach folgt ganz sicher der Final der Global Champions Tour in Doha. In der Hauptstadt von Katar gehts dann um richtig viel Geld – schliesslich ist bald Weihnachten.

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