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Silber gewonnen dank Training mit den Männern

Den Finaleinzug an der Unihockey-WM hatte die Schweiz einem harten Zwei-Jahres-Plan zu verdanken.

Ein bitterer Moment: Nach 61 Sekunden in der Verlängerung schiessen die Schwedinnen im WM-Final den 3:2-Siegestreffer. (Video: SRF)

Noch sitzt die Enttäuschung tief. Einen Tag nach der bitteren Niederlage im Final der Unihockey-Weltmeisterschaft gegen Schweden möchte sich noch keine der Schweizerinnen über die gewonnene Silbermedaille freuen. Vor der Heim-WM hatten nur die Wenigsten dem Nationalteam eine solche Leistung zugetraut.

Dabei hatten sich die Spielerinnen von Nationaltrainer Rolf Kern während zwei Jahren akribisch auf das Turnier im eigenen Land vorbereitet. Im Anschluss an die letzte WM 2017 in Bratislava war den Verantwortlichen klar geworden, mehr in die Physis der Spielerinnen zu investieren. Und das taten sie. In der «Sommer Challenge» wurde das Team geschlaucht. Physiotherapeuten der abstellenden Clubs sagen, ihre Schützlinge hätten im Sommer wie Profis trainiert. Neben einem harten Trainingsplan traf sich das Nationalteam zu wöchentlichen Zusammenzügen und trainierte de facto wie eine Clubmannschaft. Ein wichtiger Aspekt dieser Trainings: sie fanden oftmals mit Männerteams statt.

Dank des hohen Tempos und der Intensität in Trainings und Testspielen gegen Junioren und Männer, waren die Schweizerinnen in Neuenburg von Anfang bereit und reihten bis zum Finaleinzug fünf Siege aneinander. Alle drei Top-Nationen, Finnland, Tschechien und Schweden konnten vom Schweizer Nationalteam unter Druck gesetzt und phasenweise dominiert werden.

Vor dem Umbruch

Neben den physischen und taktischen Aspekten, die der Trainer-Staff den Sommer über wöchentlich einüben und perfektionieren konnte, war zu sehen, wie sehr dieses Team zusammengewachsen war. Da gab es keine Einzelspielerinnen, keine Diskussionen, sondern nur den unbändigen Willen, gemeinsam dieses Turnier zu gewinnen. «Ich würde mit diesem Team noch 20 Jahre so weiterspielen, wenn ich könnte», sagt die Torhüterin Lara Heini nach dem verlorenen Final. Nur wird das nicht möglich sein.

Das erfahrenste und älteste Team dieser WM steht vor einem Umbruch, zahlreiche Rücktritte stehen im Raum. Den ersten verkündete nach dem verlorenen Final Seraina Ulber unter Tränen vor laufenden Kameras. Die Bündnerin hatte sich im Vorfeld dieser WM einer Fussoperation unterziehen müssen und war gerade rechtzeitig zum Turnierstart wieder fit geworden. Ihre Tore werden der Nationalmannschaft fehlen. Ein ganz wichtiges hatte sie in dieser denkwürdigen Halbfinalpartie gegen Tschechien geschossen und damit zur Aufholjagd und grossen Wende vom 2:6 zum 6:6 innert 79 Sekunden beigetragen.

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