RHC Wimmis verliert und akzeptiert

Traditionsklub Wimmis, Meister 2007, spielt in der bevorstehenden Saison in der Nationalliga B.

Die Spieler des RHC Wimmis wollen auch in der zweithöchsten Spielklasse begeistern. (Archivbild/Walter Dietrich)

Die Spieler des RHC Wimmis wollen auch in der zweithöchsten Spielklasse begeistern. (Archivbild/Walter Dietrich)

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Eine langwierige Angelegenheit endet am Sonntagmittag in aller Kürze. Die Verantwortlichen des RHC Wimmis haben sich im Vereinsrestaurant eingefunden und besprechen, was sie nun tun werden. Eine Diskussion entsteht nicht. Einigkeit herrscht. Die Berner Oberländer beschliessen, das Urteil nicht weiterzuziehen, den Entscheid der technischen Versammlung zu akzeptieren.

Der Schweizer Meister von 2007 spielt demnach künftig in der Nationalliga B. Zehn Jahre nach den Champions-League-Spielen ge­gen Barcelona, das damals stärkste Team der Welt, wird sich Wimmis mit zweitklassigen helvetischen Mannschaften messen. Was ist geschehen?

Die Berner Oberländer sind längst nicht mehr Spitze, als sie im Frühherbst 2016 eine neue Saison in Angriff nehmen. Nachdem sich mit Basel ein Konkurrent unvermittelt zurückgezogen hat, entscheidet der Verband, dass absteigen wird, wer den letzten Platz belegt.

Der Traditionsklub aus dem Oberland protestiert, ahnt, dass es ihn treffen könnte, und hält die Sache per se für falsch, weil das Reglement zu jenem Zeitpunkt zehn Teams in der höchsten Spielklasse vorsieht und eine Relegationsrunde zwischen dem Neunt- und dem Zehntklassierten geplant ist. Den Wimmisern missfällt der Alleingang des Verbandes, der so in den Statuten keine Legitimation hat.

Als der Meister von 2007 im April dieses Jahres als Absteiger feststeht, zieht er einen Anwalt bei, wehrt sich auf rechtlicher Ebene. Im Juni treffen sich die Parteien vor dem Schlichtungsrichter. Am Samstag nun entscheidet die sogenannte technische Kommission, bestehend aus Vertretern von sämtlichen Vereinen des Landes, indirekt über die Ligazugehörigkeit der Wimmiser.

Die für die Oberländer zentralen Abstimmungen fallen knapp zu deren Ungunsten aus. Präsident Beat Meier ist vor Ort, er wird von einem Anwalt begleitet. Dieser rät ihm, das Verdikt zu akzeptieren. An der Besprechung am Folgetag besiegeln die Berner ihren Abstieg, indem sie darauf verzichten, weitere rechtliche Schritte einzuleiten.

Sponsoren bleiben an Bord

Meier sagt, er und die restlichen Mitglieder seines Klubs seien verärgert über den Stil des Verbandes und die Entscheidungen der Konkurrenz. Sie wollten nun aber nach vorn blicken. «Wir möchten den sofortigen Wiederaufstieg und allen beweisen, dass wir in die Nationalliga A gehören.» Das Ensemble bleibe zusammen, gehen werde keiner, und von den Sponsoren sei auch niemand abgesprungen.

Der Präsident hofft, dass das Interesse am Fanionteam nicht kleiner wird, eine Art Goodwill seitens der Bevölkerung entsteht. (Berner Zeitung)

Erstellt: 11.09.2017, 21:18 Uhr

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