Reise ins Ungewisse für den BSV Bern

Am Freitag treten die Handballer der BSV Bern zum Hinspiel der 2. EHF-Cup-Runde bei Spartak Moskau an. Die Ausgangslage dürfte offen, die Berner aber nicht chancenlos sein.

Da geht es lang: BSV-Trainer Aleksandar Stevic gibt seinen Spielern den Weg vor.

Da geht es lang: BSV-Trainer Aleksandar Stevic gibt seinen Spielern den Weg vor.

(Bild: Christian Pfander)

Reto Pfister

Russland ist eine traditionsreiche Handballnation, die russische Liga gehört jedoch seit geraumer Zeit nicht mehr zu den besten Europas, sondern ist in der Stärke wie die Schweizer NLA anzusiedeln.

Es ist ein bisschen eine Reise ins Ungewisse, die der BSV Bern am Donnerstag angetreten hat. Die Berner sind nach Moskau geflogen, um dort im Hinspiel der 2. Runde des EHF-Cups gegen Spartak anzutreten. Die Handballsektion des bekannten Fussballklubs existiert erst seit einem Jahr; bereits in der ersten Saison belegte Spartak hinter Serienmeister Medwedi Tschechow den zweiten Platz.

Beide Equipen gehören in der Liga zu den Spitzenteams, Spartak ist gar ungeschlagen Leader, allerdings vor allem gegen Mannschaften aus der unteren Tabellenhälfte angetreten. Die Russen haben Ende August an einem Vorbereitungsturnier in Siggen­thal teilgenommen.

Aleksandar Stevic, der Trainer des BSV Bern, war dort nicht vor Ort, hat sich jedoch Videomaterial beschaffen können. Auf den Bildern sah er, dass es sich um eine typisch russische Mannschaft handelt. «Es ist ziemlich viel Körpermasse vorhanden, der Innenblock ist ein schwer zu überwindendes Bollwerk», hat Stevic festgestellt. «Den schnellsten Handball spielt Moskau nicht.»

Die Berner fliegen mit Selbstbewusstsein in die Millionenmetropole, wo die Partie am Freitag um 20 Uhr Ortszeit (19 Uhr MESZ) im 4080 Zu­schauer fassenden Dynamo-Sportpalast angepfiffen wird. In der Meisterschaft war die Halle allerdings mit wenigen Hundert Besuchern nur spärlich gefüllt. «Wir können auch etwas und wollen ein Resultat erzielen, das uns Chancen aufs Weiterkommen eröffnet», sagt Stevic. In der 3. Runde wären Handballgrössen wie die Bundesliga-Spitzenteams Kiel, Magdeburg und Füchse Berlin mögliche Gegner.

An die 20 000 Franken

Nicht erfreulich ist das Los Spartak Moskau aus Sicht der Vereinsführung. Der Trip nach Russland verursacht Kosten von an die 20 000 Franken, obwohl der billigste Flug gewählt wurde. Russlands ist ein visapflichtiges Land, nervige Bürokratie inklusive. «Jeder Spieler musste eine Be­stätigung vorlegen, dass er für das Ausland krankenversichert ist», erzählt der BSV-Sportchef Daniel Weber. «Auch musste der Beleg für den Rücktransport mitgeschickt werden.»

Die Zusammensetzung einer Sportmannschaft kann sich wegen Verletzungen auch kurzfristig ändern. So reist etwa Max Freiberg mit nach ­Moskau. Der junge Linkshänder könnte zum Einsatz gelangen, wenn Pedro Spinola (Oberschenkelzerrung) nicht rechtzeitig fit wird. Der Portugiese ist mitgereist, sein Mitwirken jedoch fraglich. «Für Max musste ein Expressvisum eingeholt werden», sagt Weber. Pascale Tiefenbach, die ehemalige Teammanagerin der Nationalmannschaft und des BSV Bern, war für die Erledigung dieser administrativen Dinge besorgt.

Rückspiel am 14. Oktober

Den Spielern obliegt nun die Aufgabe, sich in Form von zwei guten Leistungen für den Aufwand hinter den Kulissen zu bedanken. Zuerst im Moskau, dann am Sonntag, 14. Oktober, 17 Uhr, im Rückspiel in der Ballsporthalle in Gümligen.

Berner Zeitung

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