Pylsy gleicht die Serie aus

Den Tigers Langnau ist der Start in die Playoff-Serie gegen Rychenberg einigermassen geglückt. Zwar verloren sie Spiel eins auswärts 3:4, zu Hause gewannen sie mit demselben Resultat.

Der Mann mit dem Torinstinkt: Tigers-Tospkorer Joonas Pylsy bejubelt einer seiner drei Treffer im zweiten Playoffspiel gegen Rychenberg.

Der Mann mit dem Torinstinkt: Tigers-Tospkorer Joonas Pylsy bejubelt einer seiner drei Treffer im zweiten Playoffspiel gegen Rychenberg.

(Bild: Marcel Bieri)

Adrian Lüpold

An was erkennt der Laie, dass es sich im Unihockey um eine Playoff-Partie handelt? Wenn sich die Akteure auf dem Feld plötzlich ein bisschen wie Fussballer benehmen. Kleine Rudelbildungen nach Zweikämpfen, verbale Scharmützel, Reklamationen bei den Unparteiischen: Beim zweiten Playoff-Spiel am Sonntagabend zwischen den Tigers Langnau und dem UHC Rychenberg Winterthur wogten die Emotionen von Beginn weg so hoch wie sonst nur ganz selten in der regulären Meisterschaft.

Nach 44 Sekunden gerieten die ersten Spieler aneinander und geigten sich die Meinung. Eine Szene, die in eine 2-Minuten-Strafe für die Gäste mündete und zur frühen Führung für die Tigers durch den finnischen Topskorer Joonas Pylsy in Überzahl führte.

Die erwartet enge Serie

Es war der perfekte Start für die Emmentaler in eine Begegnung, in der sie nach der 3:4-Niederlage nach Verlängerung vom Vortag in Winterthur schon ein wenig unter Druck gestanden hatten. «Es wird eine ganze enge Serie auf Augenhöhe», hatte Tigers-Trainer Niklaus Engel schon im Vorfeld der Playoff-Serie orakelt. Der erfahrene Coach sollte recht behalten.

So kämpften am Sonntag zwei Mannschaften auf fast identischem Niveau verbissen um jeden freien Raum, verkeilten sich ineinander, führten harte Zweikämpfe. Wobei die Gäste physisch einen extrem starken Eindruck hinterliessen und noch im ersten Abschnitt die Führung an sich rissen. Geradlinig und ohne Schnörkel agierten die Winterthurer, die Emmentaler hielten mit Tempo und Aggressivität dagegen und realisierten im zweiten Drittel den 2:2-Ausgleich – erneut war es der omnipräsente Pylsy, der einnetzte (24.).

Starke Goalieparaden

Im Schlussdrittel erhöhte sich die Intensität der Partie. Noch mehr Tempo, noch härtere Körperchargen an den flexiblen Banden, noch mehr Paraden der Torhüter. Beide Goalies wurden nach der Partie übrigens zu den besten Spielern ihres Teams gewählt – zu Recht. Wie Langnau-Keeper Jürg Siegenthaler beim Stand von 3:3 gleich mehrere Male hochprozentige Chancen der Gäste mit Reflexen vereitelte, war ganz grosser Sport, er bewahrte sein Team vor einem Rückstand.

Und so war es dem auffälligsten Feldspieler vergönnt, per Penalty für die Entscheidung zu sorgen: Fast aufreizend lässig und langsam lief der Finne Pylsy in der 53. Minute Richtung Gästetor, machte zwei, drei Faxen, verzögerte, täuschte Schüsse an und jagte den Lochball mit der Präzision eines Herzchirurgen zum siegbringenden 4:3 ins Netz.

Nach der Schluss­sirene jubelten die Emmentaler ausgelassen. Sie wussten um die Wichtigkeit des Sieges in dieser engen Best-of-7-Serie, in der Details ausschlaggebend sein werden. Die Tigers haben nun indes Zeit, ihre Kräfte neu zu bündeln. Denn Spiel drei findet wegen des Cupfinals, der nächstes Wochenende ausgetragen wird, erst am übernächsten Mittwoch (9. 3.) in Winterthur statt.

Diese Inhalte sind für unsere Abonnenten. Sie haben noch keinen Zugang?

Erhalten Sie unlimitierten Zugriff auf alle Inhalte:

  • Exklusive Hintergrundreportagen
  • Regionale News und Berichte
  • Tolle Angebote für Kultur- und Freizeitangebote

Abonnieren Sie jetzt