Parat im Powerplay

Skorpion Emmental Zollbrück hat das erste Spiel der Halbfinalserie gegen Piranha Chur mit 4:3 nach ­Verlängerung gewonnen.

Offensivpower:?Nathalie Spichiger (links) und Nadia Reinhard.

Offensivpower:?Nathalie Spichiger (links) und Nadia Reinhard.

(Bild: Marcel Bieri)

Die Fans von Skorpion Emmental Zollbrück präsentieren ein Transparent. In grossen, schwarzen Lettern stehen darauf die Worte «schnell», «kämpferisch», «originell», «radikal», «parat» und «souverän». Untereinander angereiht ergibt sich aus den jeweiligen Anfangsbuchstaben «Skorps», die umgangssprachliche Bezeichnung der Emmentaler Equipe. Mit diesem Akrostichon streichen die Supporter die Eigenschaften ihres Teams heraus, welche dieses bis in den Playoff-Halbfinal geführt ­haben.

Dreimal Rückstand aufgeholt

Gegen Titelverteidiger und Serienmeister Piranha Chur werde es eine ausgeglichene und umkämpfte Serie geben, hatte Trainer Aldo Casanova schon vor der ersten Begegnung betont. Dass der Bündner recht behalten sollte, wurde am Montag schnell ersichtlich.

Bereits nach wenigen Sekunden prüfte Skorpion-Captain Fabienne Walther die Bündner Torhüterin Lara Heini. In der Folge übernahmen die Gäste aber vermehrt das Spieldiktat und gingen nach fünf Minuten in Führung. Die Emmentalerinnen spielten aber ganz im Sinne der Fans kämpferisch und liessen sich durch einen Rückstand nicht aus der Ruhe bringen.

Dreimal sollten die Zollbrückerinnen ein Tor aufholen müssen, dreimal sollte dies gelingen. Sieben Minuten nach dem ersten Gegentor glich Nadine Krähenbühl das Skore aus, und Nadia Reinhard korrigierte mit ihren beiden Toren zum 2:2 und 3:3 die schlechten Starts ins zweite und dritte Drittel, als die Skorpione bereits nach 42 beziehungsweise 67 Sekunden einen Gegentreffer hatten hinnehmen müssen. «Es war wichtig, dass wir immer vor der Pause ausgleichen konnten und nicht mit einem Rückstand in die Garderobe mussten», sagte die beste Emmentaler Punktesammlerin der Qualifikation.

Nach Reinhards Powerplaytor eine Viertelstunde vor der dritten Sirene besassen beide Teams ­Möglichkeiten, das Spiel zu ihren Gunsten zu entscheiden. Nathalie Spichiger und Reinhard scheiterten aber ebenso wie Sonja Putzi und Seraina Ulber auf der Gegenseite, sodass es zur Verlängerung kam. Ulber bescherte dem Heimteam mit einem Bodenspiel eine Sekunde vor Ablauf der regulären Spielzeit die dritte Überzahlmöglichkeit des Abends.

Zweimal waren die Skorpione zu Beginn eines Spielabschnitts nicht bereit gewesen, doch im entscheidenden zeigten sie, dass sie doch parat waren. Nur 24 Sekunden nach Anpfiff der Verlängerung liessen Jubelschreie und Glockengebimmel den Lärmpegel in der Ballsporthalle Oberemmental auf einen neuen Höchstwert steigen.

Begünstigt von der nummerischen Überzahl entwickelte das Heimteam viel Druck aufs Tor der Bündnerinnen – zu viel, denn ein Schuss von Lena Baumgartner fand schliesslich, abgelenkt durch eine Churer Verteidigerin, den Weg ins Gehäuse zum entscheidenden 4:3. Im vierten Duell in dieser Saison mit dem Branchenprimus der letzten Jahre siegten die Skorpione bereits zum dritten Mal.

Stärkerer Siegeswille

«Das Spiel hätte auf beide Seiten kippen können», sagte Aldo ­Casanova. Das Powerplay habe schliesslich den Unterschied ausgemacht. Der 37-Jährige sieht aber noch andere Gründe: «Der Siegeswille war heute bei uns stärker.» Er habe schon in der Garderobe gemerkt, wie motiviert jede einzelne Spielerin gewesen sei.

Um auch am Samstag in Chur Erfolg zu haben, müssten indes einige Dinge besser werden, sagt Casanova und erwähnt die Chancenauswertung sowie das Umschaltspiel. Im Unterschied zu Piranha bräuchten seine Spielerinnen manchmal zu lange, um den Ball unter Kontrolle zu bringen. Casanova will sein Team in den Superfinal führen, dazu braucht es Perfektionismus – und ein motivierendes Transparent.

Berner Zeitung

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