Nike schliesst sein umstrittenes Oregon Project

Nike beendet offiziell sein Leichtathletik-Projekt. Das Unternehmen wehrt sich aber weiter gegen Dopingvorwürfe und unterstützt Chefcoach Salazar.

Alberto Sakazar war der Kopf des Prestige-Projekts. Nun wurde er wegen Dopingvergehen für vier Jahre gesperrt – es bedeutet auch das Ende für das NOP. (Bild: Don Ryan/Keystone)

Alberto Sakazar war der Kopf des Prestige-Projekts. Nun wurde er wegen Dopingvergehen für vier Jahre gesperrt – es bedeutet auch das Ende für das NOP. (Bild: Don Ryan/Keystone)

Nike schliesst sein umstrittenes Oregon Project in Portland (USA), wie das Sportartikelunternehmen am Freitag bestätigte. «Wir haben beschlossen, das Oregon-Projekt zu beenden, damit sich die Athleten auf ihre Trainings- und Wettkampfbedürfnisse konzentrieren können», heisst es in der Nike-Stellungnahme. Zuvor hatten mehrere US-Medien über die Entscheidung des Unternehmens berichtet.

Projekt-Cheftrainer Alberto Salazar war in der vergangenen Woche wegen Verstössen gegen die Anti-Doping-Regeln für vier Jahre gesperrt worden. Die Vorwürfe beziehen sich auf die Zeit von 2010 bis 2014. Salazar war nach langjährigen Ermittlungen der amerikanischen Anti-Doping-Agentur Usada aus dem Verkehr gezogen worden, ebenso wie der Arzt Jeffrey Brown. Der gebürtige Kubaner und frühere Marathon-Spitzenläufer Salazar hat dagegen Einspruch erhoben.

Laut Nike habe die Untersuchungskommission nicht festgestellt, dass bei NOP-Athleten «jemals leistungssteigernde Mittel eingesetzt» worden seien. Die Gesamtsituation sei für die Läufer aber zu einer «unfairen Belastung» geworden. «Wir werden all unseren Athleten bei diesem Übergang helfen, wenn sie die für sie geeigneten Trainingsbedingungen auswählen. Wir werden Alberto Salazer in seiner Berufung weiterhin unterstützen.»

Projekt lief seit 2001

Der Nike-Oregon-Project-Campus befindet sich auf dem Hauptgelände des Sportartikelherstellers, dem Haupt-Geldgeber. Bereits 2001 hatten Nike und Salazar das Projekt gegründet. Der gebürtige Kubaner gewann einst dreimal den New-York-Marathon und bekam als Läufer mit seinem gnadenlosen Ehrgeiz gesundheitliche Probleme. Der heute 61-Jährige wollte damals die Vormachtstellung der übermächtigen Ausdauersportler aus Afrika durchbrechen.

Die NOP-Läufer räumten bei der WM in Doha mächtig ab. Wären die Elite-Läufer, die sich gerne als Team bezeichnen, im Medaillenspiegel geführt, dann hätten sie so oft Gold wie China geholt und lägen auf Rang fünf. Sieben der insgesamt zwölf Ausdauersportler aus Salazars Team waren in Doha am Start. Ihre Bilanz: dreimal Gold, einmal Silber und einmal Bronze.

dpa

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