Zum Hauptinhalt springen

Neuer Dopingskandal erschüttert die Leichtathletik

Zwei Dopingfälle mit prominenten Namen erschüttern die Leichtathletik: Athletissima-Sieger Tyson Gay lieferte eine positive Probe ab, ebenso Asafa Powell und vier weitere Jamaikaner.

Tyson Gay, der Jahresweltbeste über 100 m (9,75), machte seinen Dopingfall selber publik. Am Freitag hatte ihn die amerikanische Antidopingagentur (Usada) darüber informiert, dass ein Test ausserhalb von Wettkämpfen am 16. Mai «positiv» ausgefallen sei. Zwei Tage später informierte Gay mittels einer Telefonkonferenz aus Amsterdam die Medien. Gay kündigte an, dass er die B-Probe in den nächsten Tagen prüfen lassen will. Aber er zweifelt selber kaum daran, dass die zweite Probe den ersten Befund bestätigen wird. Gay verzichtet nicht nur auf die WM, sondern auch auf das Diamond-League-Meeting vom Freitag in Monaco.

Tyson Gay kehrte diese Saison fit und gesund an die Meetings zurück, nachdem ihn in den letzten Jahren Bänder- und Muskelbeschwerden sowie eine Hüftoperation zurückgeworfen haben. Im Juni setzte er sich an den amerikanischen Trials sowohl über 100 m wie über 200 m durch; über 100 m stellte er die Jahresweltbestzeit von 9,75 Sekunden auf. In der ersten Juliwoche siegte Gay als Star des Athletissima-Meetings auch auf der Lausanner Pontaise.

Auch fünf Jamaikaner

Wenige Stunden nach Bekanntwerden des Falls Gay wurde auch Jamaikas Leichtathletikszene von einem Dopingfall erschüttert. Fünf Jamaikaner, darunter zwei Sprinter, die an den Olympischen Spielen Gold holten (Staffel), sollen ebenfalls gedopt gewesen sein. Zuerst meldete sich anschliessend der Manager von Usain Bolt zu Wort. Sein Schützling stehe nicht unter Verdacht, es handle sich um andere Sprinter. Und nochmals etwas später kursierten die Namen.

Der frühere Weltrekordhalter Asafa Powell und Sherone Simpson sollen wegen verbotener Stimulanzien positiv getestet worden sein, erklärte Paul Doyle, der Agent beider Athleten. Beide seien an den jamaikanischen Meisterschaften gedopt gewesen und hätten in den letzten Tagen von der positiven Kontrolle Kenntnis erhalten. Powell gewann mit Jamaika Staffelgold an den Sommerspielen von 2008; Simpson gehörte der erfolgreichen Frauenstaffel an, die an Olympischen Spielen 2004 Gold und 2012 Silber gewann. In Peking holte Sherone Simpson im Einzel Silber über 100 m.

Gemäss mehreren Medienberichten soll auch Staffel-Olympiasieger Nesta Carter zu den fünf positiv getesteten Spitzenathleten aus Jamaika gehören. Das berichteten unter anderem der britische «Telegraph», CBS und jamaikanische Quellen. Bei den übrigen beiden Athleten soll es sich um Werfer handeln. Carter hatte sich am Samstag noch am Meeting in Madrid in 9,87 Sekunden durchgesetzt.

mw/si

Dieser Artikel wurde automatisch aus unserem alten Redaktionssystem auf unsere neue Website importiert. Falls Sie auf Darstellungsfehler stossen, bitten wir um Verständnis und einen Hinweis: community-feedback@tamedia.ch