Nach Gold und Silber nun Bronze

Giulia Steingruber und Christian Baumann bescherten der Schweiz an der Turn-EM in Montpellier zwei weitere Medaillen. Wie am Sprung wurde die ehrgeizige Ostschweizerin am Boden aber knapp geschlagen.

Luftsprünge von Giulia Steingruber.

Luftsprünge von Giulia Steingruber.

(Bild: Keystone)

David Wiederkehr@DavidWiederkehr

Nach dem Triumph im Mehrkampf und Silber am Sprung nun am Boden die Bronzemedaille – Giulia Steingruber gewann am zweiten Tag der Gerätefinals der Turn-EM in Montpellier ihre insgesamt siebte EM-Medaille. Sie klassierte sich hinter der Russin Xenia Afanasewa und der Britin Claudia Fragapane. Bronze hatte sie schon vor einem Jahr in Sofia gewonnen.

Die Enttäuschung vom Vortag, als sie an ihrem Paradegerät Sprung von der Russin Maria Paseka als Titelträgerin enttrohnt worden war, schien am Sonntag wie weggeblasen. Wie schon in der Qualifikation zeigte Steingruber eine fast makellose Bodenübung, sie erhielt sogar eine noch höhere Ausführungsnote als bei ihrem Sieg am vergangenen Mittwoch. Steingruber strahlte bei ihrer schwierigen Kür absoluten Siegeswillen aus.

Afanasewa allerdings, die in der Qualifikation noch knapp hinter Siegerin Steingruber geblieben war, erschwerte ihre Übung hinsichtlich des Finals um zwei Zehntel – und das war genug für den Titel. 0,267 Punkte fehlten Steingruber letztlich auf den ersten Platz.

Brägger stürzte am Reck

Eine Enttäuschung erlebte dagegen Pablo Brägger: Der St. Galler wurde im Reckfinal beim ersten Flieger abgeworfen und musste sich einen Sturz schreiben lassen. Zwei weitere klare Fehler unterliefen ihm in der Folge. Nach dem Abgang winkte er gleichwohl lächelnd ins Publikum.

Mit 12,433 Punkten kam er am Ende über den achten und vorletzten Platz in diesem Gerätefinal nicht hinaus. Statt eines weiteren Edelmetalls bleibt ihm ein Diplom an seinem Lieblingsgerät. Nach der Bronzemedaille am Tag davor am Boden darf Brägger trotzdem von einer erfolgreichen EM sprechen. Vor einem Jahr hatte er sich noch schwer am Ellbogen verletzt und erst seit kurzer Zeit wieder Wettkämpfe bestritten.

Baumann mit einem Coup

An Bräggers Stelle trug sich am zweiten Tag der Gerätefinals dafür auch Christian Baumann in die Liste der Schweizer Medaillengewinner ein. Hinter dem ukrainischen Sieger Oleg Werniaiew kam er punktgleich mit dem Rumänen Marius Berbecar auf den 2. Rang. Baumann tat es mit diesem Coup seinem Teamkollegen Lucas Fischer gleich, der vor zwei Jahren in Moskau an diesem Gerät ebenfalls Silber errungen hatte. 1990 war Daniel Giubellini vom TV Meilen am Barren gar Europameister geworden.

Der 20-jährige Aargauer aus Leutwil zeigte wie schon in der Qualifikation vor drei Tagen eine sehr saubere Übung und kam auf die hohe Note von 15,300. Die grosse Stärke Baumanns sei es, hatte Nationaltainer Bernhard Fluck schon im Vorfeld des Finals gesagt, «dass man ihm kaum Haltungspunkte abziehen könne». Das war der Schlüssel zu Edelmetall, schliesslich liegt sein Schwierigkeitswert (6,4) leicht unter jenen der Konkurrenz. Dafür turnte er präziser.

Mit Steingrubers drittem und Baumanns erstem Edelmetall hat die Schweiz in Montpellier schon fünf Medaillen gewonnen. So erfolgreich war sie an der EM 1957 letztmals gewesen.

Gischard stürzte am Sprung

Im Sprungfinal der Männer kam es zu einem kleineren Sturzfestival – Benjamin Gischard, der als Letzter an das Gerät musste, konnte davon allerdings nicht profitieren. Auch der junge Mann aus Herzogenbuchsee fiel nach seinem ersten Sprung, einem Salto mit Doppelschraube, in den Sitz und musste sich einen Sturz notieren lassen.

Zudem hatte Nationaltrainer Bernhard Fluck mit Rücksicht auf die WM im Spätherbst entschieden, dass Gischard gar nicht sein sein schwierigstes Sprungprogramm zeigt. Der 6. Rang an seiner ersten EM war für den 19-Jährigen daher ein gutes Resultat.

Bernerzeitung.ch/Newsnetz

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