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Mit Erfolg geht er «fremd»

Eishockey ist die Sportart, die Stefan Gerber am meisten fasziniert. Trainer ist er aber aktuell bei den Landhockeyanerinnen des BSC Young Boys. In der für ihn «fremden» Sparte hat der 45-Jährige schon grosse Erfolge gefeiert.

Eishockey und Landhockey: Stefan Gerber hat schon in beiden Sportarten Erfolge gefeiert.
Eishockey und Landhockey: Stefan Gerber hat schon in beiden Sportarten Erfolge gefeiert.
Ulrich Kocher

Stefan Gerber entdeckte schon früh das Eishockey als seine Sportart. In Ostermundigen aufgewachsen, war der Weg zum SC Bern nicht weit. Zum Profi beim Stadtberner Grossverein reichte es nicht, aber für eine respektable Karriere als Spieler bei Langenthal (NLB), Wiki-Münsingen, Rot-Blau Bern und Worb (1.Liga). Seine Frau Regina war in einer anderen Sportart erfolgreich. Sie spielte Landhockey beim BSC Young Boys, «Ich bin immer an die Spiele mitgegangen», erinnert sich Gerber. «Dann habe ich begonnen, bei der zweiten Mannschaft im Coaching mitzuhelfen, Danach wurde auch für die NLA-Equipe ein Trainer gesucht, und ich hatte Interesse.» Es war der Beginn einer äusserst erfolgreichen Ära. «Obwohl ich nie Landhockey gespielt hatte und so den Frauen technisch nichts beibringen konnte. Aber ich interessierte mich immer für Fragen der Teamtaktik und des Coachings.» Als Gerber 2003 nach 12 Saisons sein Amt zur Verfügung stellte, hatte er die YB-Frauen zu sechs Meistertiteln und drei Cupsiegen geführt.

Erneute Anfrage

Herbst 2009. Aus dem Eishockeyspieler Gerber, 45 Jahre alt, war längst der Eishockeytrainer Gerber geworden. Der Erstligist Napf hatte jedoch auf eine weitere Zusammenarbeit verzichtet. Da erreichte ihn erneut eine Anfrage der YB-Landhockey-Frauen. Inzwischen gehörten die zwei weiblichen Mitglieder dem Verein an, Frau Regina als Vizepräsidentin, Tochter Lea (17) als Spielerin der 1. Mannschaft. «Im April suchte man wieder einen Trainer. Und ich sagte zu.» Und wieder stellte sich rasch Erfolg ein. In der Abstiegsrunde wurde der Ligaerhalt sichergestellt, in der laufenden Meisterschaft qualifizierte sich YB für die Finalrunde der besten vier.

«In der NLA hat man es hauptsächlich mit fertig ausgebildeten Spielerinnen zu tun», nennt Gerber einen Grund dafür, warum er in einer «fremden» Sportart als Trainer tätig sein kann. «Prozesse der Teambildung laufen ähnlich ab, auch wenn man sich in einer anderen Sparte bewegt. » Es gebe jedoch Bereiche, die sich klar unterscheiden. «Ich muss aufpassen, dass ich nicht zu viel mit englischen Ausdrücken operiere. Im Eishockey wird viel Fach-Englisch gesprochen. Im Landhockey nicht.» Frauen seien schwieriger zu führen, aber dankbarer. «Eine gewisse Härte wird aber auch von den Landhockeyspielerinnen gut aufgenommen.»

Eishockey hat Priorität

Keine Probleme ergebe sich daraus, Trainer der eigenen Tochter, des einzigen Kindes, zu sein. «In der Familie sind alle sportlich veranlagt. Die Art, wie man als Sportler miteinander umgeht, prägt auch unser Familienleben. Wir pflegen einen offenen Umgang untereinander.»

Trotz der familiären Bande und der Erfolge im Landhockey: Eishockey hat nach wie vor die erste Priorität, was das Sportler-leben des Stefan Gerber betrifft. «Sollte ein Angebot als Eishockeytrainer eintreffen, das mir zusagt, trete ich bei den YB-Frauen zurück. Dies ist auch so vereinbart» Die Passion Eishockey lässt einen wie Stefan Gerber eben nie los.

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