Mit dem Rücken zur Wand

Die Frauen von Unihockey Berner Oberland liegen in der Ligaqualifikation gegen NLB-Meister Frauenfeld mit 0:2 im Hintertreffen.

Zieht enttäuscht von dannen: Leistungsträgerin Sandra Hadorn.

Zieht enttäuscht von dannen: Leistungsträgerin Sandra Hadorn.

(Bild: Christian Pfander)

Ab sofort gilt: Verlieren verboten. Wollen die Oberländerinnen auch nächste Saison in der Nationalliga A spielen, benötigen sie nun drei Siege en suite, um die Best-of-5-Serie gegen das unterklassige Frauenfeld noch zu gewinnen. Ein schwieriges, aber kein unmögliches Unterfangen.

In beiden Spielen geführt

Ein guter Start ist die halbe Miete. Eine Floskel, die im Sport häufig gebraucht wird. Manchmal aber ist die halbe Miete noch nicht gleichbedeutend mit dem Sieg. In Frauenfeld lag das Team von Trainer Neil Anderes zwar früh in Rücklage, doch Sandra Hadorn, Regula Seiler und Sonja Thöni drehten die Partie mit drei Toren innert 172 Sekunden.

Eine 3:1-Führung nach nur zehn Minuten resultierte, am Ende jubelte aber das Heimteam. «Der Doppelschlag zu Beginn des Schlussdrittels brach uns das Genick», sagte Trainer Anderes nach dem Spiel. Auch ein Überzahlspiel in der Schlussphase brachte die erhoffte Wende nicht mehr.

Und so standen die Oberländerinnen bereits im ersten Heimspiel unter Zugzwang – und waren diesem Druck nicht gewachsen. Anderes: «Wenn du eine ganze Saison lang fast nur verlierst, fehlt dir in solchen Spielen das Gewinnergen.» Patricia Kiser erzielte zwar bereits in der fünften Minute das 1:0, und Sandra Hadorn konnte im Mitteldrittel einen zwischenzeitlichen Rückstand wieder ausgleichen, doch dann – just in einer fünfminütigen Überzahl – kassierten die Oberländerinnen einen Shorthander zum 2:3 (52.).

Ein weiteres Gegentor in der vorletzten Minute besiegelte schliesslich die 2:4-Heimniederlage. «Ja, wir stehen jetzt mit dem Rücken zur Wand», weiss Anderes. Er sagt aber auch: «Beide Spiele hätten wir gewinnen können.» Der Trainer hofft nun auf drei weitere Spiele. Fakt ist aber, dass die Saison bereits morgen Abend in Frauenfeld zu Ende sein könnte.

Zwei Schwedinnen

Die positiven Geschichten werden bei Unihockey Berner Oberland derzeit neben dem Spielfeld geschrieben. Der Trainerstaff für die nächste Saison steht. Neil Anderes bleibt Headcoach – und Sandro Urfer ersetzt Philipp Gasser, neu Sportchef beim NLA-Männerteam des UHC Thun, als Assistent. Urfer verfügt über langjährige Erfahrung im Frauenunihockey, zuletzt amtete er als Trainer der U-21-A-Juniorinnen von UH Lejon Zäziwil.

Aber auch am Spielerinnenkader für die nächste Saison wird eifrig gebastelt. Mit Erfolg: Vom schwedischen Klub Örnsköldsvik IBK konnten zwei Talente verpflichtet werden.

Frida Tjärn­ström war heuer mit 46 Skorerpunkten aus 18 Spielen Topskorerin der zweithöchsten schwedischen Liga – und auch ihre alte und neue Teamkollegin Alva Sjölund, obwohl Verteidigerin, hat ihre Stärken in der Offensive. Die beiden 19-jährigen Juniorennationalspielerinnen haben bei Unihockey Berner Oberland einen Einjahresvertrag unterschrieben.

Berner Zeitung

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