«Man muss schon alles optimieren»

Gabriel Lombriser (36) hat den 370 Kilometer langen Gigathlon mit Start und Ziel in Zürich gewonnen. Der in Bern lebende Solothurner sagt, wie das als Vollzeit-Arbeitstätiger möglich ist.

Gabriel Lombriser triumphiert am Gigathlon. Der Ehemann von Judith Wyder (im Hintergrund) meistert die zweitätige Herausforderung am Schnellsten.

Gabriel Lombriser triumphiert am Gigathlon. Der Ehemann von Judith Wyder (im Hintergrund) meistert die zweitätige Herausforderung am Schnellsten.

(Bild: Keystone)

Wie fühlt es sich an, nach gut 17 Stunden Wettkampfzeit als Erster über die Ziellinie zu laufen?Gabriel Lombriser: Richtig gut – vor allem, wenn man ein fast perfektes Wochenende hinter sich hat. Am Samstag, als es heiss war, investierte ich viel Zeit in das Kühlen des Körpers. Das lohnte sich, ich hatte keine einzige Krise.

Zehn Streckenabschnitte in fünf Disziplinen an zwei Tagen: Worin bestand die grösste Herausforderung? Vor dem Wettkampf geht es darum, die körperliche Basis zu legen. Der Aufwand ist gewaltig, weil man breit aufgestellt sein muss. Es bringt dir nichts, wenn du ein ausgezeichneter Velo­fahrer bist, aber nicht richtig schwimmen kannst.

Und während des Wettkampfs? Da spielt der Kopf die entscheidende Rolle. Am zweiten Morgen beispielsweise muss die Einstellung stimmen. Die Beine tun dir sowieso weh, ich spürte wegen eines Sturzes auch den Nacken.

Wie findet man die richtige Einstellung? Wichtig ist, zu wissen, was dich erwarten wird. Ich rekognoszierte im Vorfeld fast die gesamte Strecke, das hat mir geholfen.

Sie arbeiten zu 100 Prozent. Wie haben Sie alles unter einen Hut bekommen? Man muss schon alles optimieren, damit es funktioniert. Ich arbeite teilweise in Olten, legte den Weg oft mit dem Velo zurück.

Der Gigathlon fand in Zürich statt. Wie haben Sie die Laufpassagen durch die Katakomben des Hauptbahnhofs erlebt? Ich mag Unkonventionelles, den Abenteuerfaktor. In der Stadt muss man nicht nur lange, sondern auch technisch gut laufen können. Es gab schon Passanten, die ziemlich blöd schauten, als sie mich sahen. Die meisten Leute schienen jedoch zu wissen, warum wir durch die Stadt rannten.

Für Ausdauersportler gibt es Wettkämpfe mit wesentlich höherer Resonanz wie den Ironman auf Hawaii. Warum nehmen Sie am Gigathlon teil? Ich war 2013 auf Hawaii. Es war ein gutes Erlebnis, aber ich habe es gesehen. Beim Gigathlon geht es weniger um Kommerzielles, das Format verändert sich. Man muss sich jedes Mal auf eine neue Aufgabe einstellen. Für mich ist der Gigathlon die perfekte Gelegenheit, meine Grenzen kennen zu lernen.

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