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Saison-Aus: Lieber ein Ende mit Schrecken

Die Tessiner Kantonsregierung zerstörte die Pläne der Hockeyclubs eines Playoff ohne Zuschauer. Das ist auch besser so.

Das Verbot von Sportanlässen im Kanton Tessin betrifft in erster Linie das Eishockey. Die Hallen bleiben bis mindestens am 29. März geschlossen.
Das Verbot von Sportanlässen im Kanton Tessin betrifft in erster Linie das Eishockey. Die Hallen bleiben bis mindestens am 29. März geschlossen.
Samuel Golay, Keystone
Weil drei Tessiner Clubs (Lugano und Ambri in der National League und Biasca in der Swiss League) engagiert sind und Geisterspiele keine Option sind, bedeutet das Verbot vermutlich das vorzeitige Saisonende.
Weil drei Tessiner Clubs (Lugano und Ambri in der National League und Biasca in der Swiss League) engagiert sind und Geisterspiele keine Option sind, bedeutet das Verbot vermutlich das vorzeitige Saisonende.
Karl Mathis, Keystone
Weniger gross sind die Auswirkungen im Fussball. Die Super League (Lugano) und die Challenge League (Chiasso) pausieren ohnehin.
Weniger gross sind die Auswirkungen im Fussball. Die Super League (Lugano) und die Challenge League (Chiasso) pausieren ohnehin.
Davide Agosta, Keystone
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Die Schweizer Eishockeylubs hatten am Freitag darüber befinden wollen, ob und wie sie in Zeiten des Coronavirus ein Playoff spielen würden. Nun hat ihnen die Tessiner Kantonsregierung die Entscheidung abgenommen: Bis zum 29. März sind in der Schweizer Sonnenstube sämtliche Sportveranstaltungen verboten, selbst die Hallen bleiben geschlossen. Und da drei Tessiner Clubs (Lugano, Ambri, Biasca) noch in der National und Swiss League engagiert sind, ist klar: Das bedeutet das abrupte Ende der Hockeysaison 2019/20.

Es ist wohl auch besser so. Lieber ein Ende mit Schrecken als ein Schrecken ohne Ende. Es wäre ohnehin problematisch geworden, ein Playoff durchzuziehen, derweil rundherum in Europa die Eishockey-Meisterschaften abgebrochen werden. In Deutschland, Österreich, der Slowakei, Polen und Norwegen ist das schon geschehen. In Tschechien ist der Spielbetrieb bis Ende März auf Eis gelegt. Weitere Ligen werden sich der Vernunft beugen müssen.

Warten auf den ersten Fall

Realistischerweise hätte ja auch in der Schweiz nur so lange gespielt werden können, bis in einem Team der erste Coronafall aufgetaucht wäre. Dann hätte man, um keinen Zufallsmeister zu erküren, abbrechen müssen. Zudem wäre ein Playoff ohne Zuschauer ohnehin eine höchst skurrile Erfahrung geworden, eigentlich kaum vorstellbar. Denn der Sport lebt von den Emotionen, nicht nur auf, auch neben dem Eis. Umso mehr noch in der entscheidenden Meisterschaftsphase.

Die Clubs wollen am Donnerstagvormittag beraten, wie sie mit der neuen Situation umgehen wollen. Doch es ist klar, dass ihnen nur eines bleibt: die Saison abzusagen. Zumal weitere Kantone dem Beispiel des Tessin folgen könnten. Einige Clubs dürften froh sein, müssen sie diese Entscheidung nicht selber treffen. Und sie können nun wohl gegenüber den TV-Partnern, die nicht das vereinbarte Produkt erhalten, höhere Gewalt geltend machen.

Es droht auch das WM-Aus

Für UPC, das auf Mysports das Eishockey exzellent präsentiert, und für die SRG ist der Wegfall des Playoff ein schwerer Schlag. Der Spielplan für Geister-Playoff total mit Spielen an jedem zweiten Tag wäre schon gestanden. Jetzt bleiben nur noch Aufzeichnungen früherer, besserer Tage. Und Löcher in den Kassen der Clubs und der TV-Sender.

Noch auf dem Programm ist die Eishockey-WM in Zürich und Lausanne, ab dem 8. Mai. Doch dass diese stattfinden wird, erscheint zusehends unrealistischer. Es wäre wohl die beste Strategie, darauf hinzuarbeiten, sie auf 2021 zu schieben, aber in der Schweiz zu halten.

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Eisbrecher – der Hockey-Podcast von Tamedia

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