Künftig wohl ohne Gerson

Präsident Felix Merz und Trainer Mikolaj Ostrowski sind sich einig: Beim VBC Uni Bern gibt es Luft nach oben.

Mikolaj Ostrowski (2.v.r.) wird wohl nächste Saison auf Mirco Gerson verzichten müssen.

Mikolaj Ostrowski (2.v.r.) wird wohl nächste Saison auf Mirco Gerson verzichten müssen.

(Bild: Iris Andermatt)

Peter Berger@PeterBerger67

Noch ist die Saison nicht ganz fertig. Uni Bern spielt am Wochenende noch die sportlich wertlosen Klassierungsspiele um Rang 7 gegen Jona. Bereits nach der regulären Qualifikation hatten die Berner nach 21 Runden Platz 7 belegt; vor den letztplatzierten St. Gallern. Seit dem Playoff-Aus im Viertelfinal gegen Schönenwerd vor einem Monat spielen die Berner nun vom Verband verordnete Rangierungsspiele. Das ist, wie wenn im Eishockey der EHC Biel nach dem Halbfinal-Aus gegen den SC Bern nun noch gegen Lausanne um Platz 3, die Viertelfinal-Verlierer Ambri, Genf, Freiburg und Lugano noch um die Plätze 5 bis 8 spielen müssten.

Deshalb ist der Ausgang dieser Best-of-3-Serie gegen Jona für eine Saisonbilanz nicht relevant. Diese fällt zwiespältig aus. Präsident Felix Merz freute sich über den Auftakt. «Der 3:0-Sieg im Startspiel gegen Luzern war eine Erleichterung. Wir haben uns gesorgt, weil wir nicht wussten, wo wir stehen. Dieser Erfolg gab uns Zuversicht.» In der Folge holten die Berner gegen jeden Gegner, ausser gegen das Top-Trio Amriswil, Lausanne und Schönenwerd, Punkte. Am Ende resultierten 19 Zähler, gegenüber deren 4 in der ersten Saison nach dem Aufstieg.

«Wir haben den Anschluss an das Mittelfeld geschafft und sind in der NLA angekommen», hält Merz fest. Grosser Wermutstropfen bleibt für den Boss jedoch die Cup-Schmach im Halbfinal gegen das unterklassige Züri Unterland mit dem verpassten, erstmaligen Finaleinzug der Clubgeschichte.

Erster Profitrainer

Erstmals hat Uni Bern mit Mikolaj Ostrowski einen Profitrainer engagiert. Das «Abenteuer mit dem NLA-Trainerneuling» bezeichnet Merz als positiv. Der Pole zieht ein ähnliches Fazit: «Ich habe bestimmt ein paar Fehler gemacht, bin aber grundsätzlich zufrieden.» Ostrowski betont, dass er gerne weitermachen und sich verbessern wolle. Auch Merz hält am Trainer fest, weist aber darauf hin, «dass ich schon Anforderungen an das Trio Ostrowski und die Assistenten Gustavo Meyer und Lee Horsey habe. Sie müssen einen Entwicklungsschritt machen und ihre Qualitäten optimieren.»

Gleichzeitig stellt auch Ostrowski Forderungen: «Die Kaderzusammenstellung erfolgte zu kurzfristig.» Auch deswegen gab es während der Saison Wechsel auf den wichtigen Positionen des Passeurs und Liberos. Im Dezember verabschiedete sich zudem Teamstütze Mirco Gerson wie abgemacht als Beachvolleyballprofi in den Sand. «Solche Sachen will ich nicht mehr», sagt Ostrowski. «Jeder Abgang oder Wechsel reisst eine Lücke auf.»

Rossignol wird zurücktreten

Die logische Konsequenz: In Zukunft entweder mit oder ohne Gerson. Und weil 2020 die Olympischen Spiele in Tokio anstehen, dürfte Gerson auf Beachvolleyball setzen. Denn Ostrowski hält fest: «Ich möchte im Sommer ein sorgfältig ausgewähltes Kader von zwölf Spielern benennen und möglichst mit diesen die ganze Saison bestreiten.» Merz hat für das Anliegen des Trainers Verständnis, sagt aber unmissverständlich: «Das wird das Budget mitentscheiden.»

Klar ist derzeit einzig, dass Mittelblocker Damien Rossignol zurücktreten wird. Captain Janick Sommer könnte innerhalb der NLA wechseln. Die Ausländer Darryl Shank, Jakub Radomski und Jacek Ziemnicki möchte man behalten. Das Fernziel bleibt ein Team mit eigenen Junioren wie Tim Schneider. Das 16-jährige Talent kam schon zuletzt zum Einsatz. «Spielern wie ihm gehört die Zukunft», sind sowohl Ostrowski wie auch Merz vom Nachwuchs-Nationalspieler überzeugt.

Berner Zeitung

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