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Könige in Rücklage

Es vergeht derzeit kein ­Wochenende, ohne dass sich ein ambitionierter Schwinger verletzt. In den letzten Tagen traf es vier «Eidgenossen».

Kein Resultat: Matthias Sempach liegt noch obenauf. Den Sieg holt Sekunden später jedoch Patrick Räbmatter.
Kein Resultat: Matthias Sempach liegt noch obenauf. Den Sieg holt Sekunden später jedoch Patrick Räbmatter.
Andreas Blatter

Das «Eidgenössische» rückt näher, die Berner werden in Estavayer in der Favoritenrolle sein. Immer mehr interessiert aber der individuelle Formstand der «bösen» Berner. Der eine oder andere hinterlässt nach dem Sonntag Fragezeichen.

Stucki verletzt

Titelverteidiger Christian ­Stucki konnte in Meiringen gar nicht erst antreten. Der Lysser verletzte sich im Training am Oberschenkel. Es besteht Hoffnung, dass es sich dabei lediglich um eine Zerrung handelt. Sollte sich die Verletzung hingegen als Muskelfaserriss herausstellen, wäre ­seine Teilnahme in Estavayer in Gefahr.

Am Sonntag verletzten sich mit Simon ­Anderegg und Beat Wampfler (Knie) zwei weitere Berner «Eidgenossen». ­Matthias Siegenthaler muss seit dem «Emmentalischen» pausieren.

Doch nicht nur die Berner beklagen ihr Pech. Am Samstag erwischte es auf dem Weissen­stein Christian Schuler. Der dreifache Festsieger in dieser Saison fiel mit einer Rippenverletzung aus.

Wenger und Sempach patzen

Fragezeichen hinterliess einmal mehr auch Kilian Wenger. Bereits nach vier Gängen war der Schwingerkönig 2010 entscheidend zurückgebunden. Gegen Florian Gnägi und Sven Schurtenberger kam Wenger nicht zum Resultat.

Die Frage stellt sich, ob er seinen Formaufbau genau auf das «Eidgenössische» ausgerichtet hat oder ob ihm die notwendige Spritzigkeit generell fehlt. ­Wenger steht mit lediglich einem Saisonsieg da.

Gar eine Niederlage musste Matthias Sempach verkraften. Der Schwingerkönig 2013 blieb aber gelassen. Er deklarierte den Patzer als Betriebsunfall. Sempach brachte Patrick Räbmatter, den Gast aus der Nordwestschweiz, zu Fall und vielleicht sogar auf den Rücken.

Weil das «Gut» vom Kampfrichter ausblieb, konnte der Aargauer am Boden blitzartig kontern und den Widersacher auf den Rücken legen. Für Sempach war es nach dem «Emmentalischen» (gegen Matthias Aeschbacher) bereits die zweite Saisonniederlage.

«Die Anzahl der Niederlagen kümmert mich nicht gross», sagte Sempach gelassen, «das kommt vor, insbesondere weil ich doch relativ offensiv schwinge. Vor allem aber auch, weil ich nicht ein Übermensch bin.»

Es sei nicht sein Tag gewesen, ergänzte der ­Alchenstorfer. «Nach dem Sieg auf der Rigi war ich wohl etwas genügsam.» Ohne hundertprozentigen Einsatz reiche es halt nicht.

Unbelohnter Effort

­Räbmatter, der Königbezwinger, wurde für seinen Erfolg übrigens schlecht belohnt und ­verpasste den Kranz um einen Viertelpunkt.

Für Sempach hat sich im Hinblick auf das «Eidgenössische» nichts verändert. «Ich weiss, was ich tun muss, wenn ich gewinnen will.» Der 30-Jährige wird noch auf dem Brünig schwingen und sich dann bis zum Saisonhöhepunkt gezielt in Topform bringen.

Die dreiwöchige Pause komme ihm gelegen, ist er überzeugt. An den Favoritenrollen für Estavayer habe sich gestern in Meiringen nichts verändert, «und am wichtigsten ist, dass man gesund bleibt». Recht hat er.

stü

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