Kauter: «Ich mag die Dynamik»

Für Fabian Kauter beginnt mit der am Sonntag startenden EM ein Sommer voller Höhepunkte. Der Berner fühlt sich bereit für einen Exploit.

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Die EM als erster von drei Prüfsteinen: Fabian Kauter.

(Bild: Keystone)

Fechten ist ein Einzelsport, aber der Fokus liegt bei der starken Schweizer Mannschaft auf dem Teambewerb. Ist das gut so?Fabian Kauter: Ich finde, schon. Es ist zu vergleichen mit einer 4100-Meter-Staffel: Dort rennt auch jeder alleine, aber die Übergabe muss klappen.

Aber auch Ihre Erwartungen werden nach dem EM-Teamtitel letztes Jahr nun höher sein als im Einzel? Ja, die Prioritäten muss man als Titelverteidiger anders setzen. Aber ich mag die Dynamik, die sich rund um unsere Mannschaft entwickelt hat. Abgesehen davon reisen wir immer zusammen, sind im gleichen Hotel, wir bewegen uns immer als Team. Das war auch vor dem Erfolg so.

Welche Erwartungen stellen Sie als Weltranglistensechster an sich selber? Ich fühle mich in Form, ich konnte nach den Rückenproblemen von Anfang Mai in den letzten Wochen wieder schmerzfrei trainieren. Zwei Medaillen sind mein grosser Traum, aber im Einzel wäre ich mit einer Top-Ten-Platzierung auch zufrieden. Aber eben, die Erfolgsplanung klappt mit dem Team meist besser als für den einzelnen Fechter.

Was meinen Sie damit? Wenn wir alle in Form sind, gibt es oft ein gutes bis sehr gutes Resultat. Als Einzelfechter ist das nicht immer so. Zudem findet zuerst das Einzel statt (morgen), das ist für mich besser.

In einer Fechtsaison folgen die Höhepunkte mit EM und WM sowie dieses Jahr der Universiade sehr dicht aufeinander. Wie schwierig ist es, sich immer wieder neu zu motivieren? Eigentlich sollten wir uns das gewohnt sein, denn unsere Saisons laufen tatsächlich immer so ab. Aber auch ich merkte im Mai, beim Weltcupturnier in Buenos Aires, dass es mir ein wenig an Biss fehlte, ich focht zwar gut, aber die letzte Konsequenz fehlte. Beim GP in Bern war sie wieder zurück, und auch jetzt fühle ich mich in Topform.

Würden Sie sich die EM- und WM-Turniere entsprechend seltener wünschen? Bei der WM wäre das vielleicht ein Thema. Aber andere Kontinentalmeisterschaften finden auch jedes Jahr statt. Da würde ich mir vielmehr eine Anpassung der Wertung wünschen. An einer EM ists viel schwieriger zu punkten als an einer Afrika- oder einer Asien-Meisterschaft. Doch für die Weltrangliste zählen die Turniere gleich viel.

Berner Zeitung

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