Selbst die Weltmeisterin freut sich für Kambundji

Mujinga Kambundji kann ihren Erfolg noch nicht richtig fassen. «I ha hennä Fröid!», sagt die Bernerin zu ihrer Bronzemedaille.

Ein historischer Lauf zur Medaille: Mujinga Kambundji holt in Doha Bronze. (Video: SRF)

Es dauerte etwas, bis sie es realisierte. Zuerst umarmte Mujinga Kambundji die Siegerin Dina Asher-Smith, gratulierte artig. Dann der Blick auf die Anzeigetafel – gefolgt von einem Schrei des Glücks. Während Asher-Smith zufrieden lächelte und ein Küsschen in Richtung Kamera schickte, hüpfte Kambundji auf und ab, schlug die Hände vors Gesicht.

Endlich. Nach drei vierten Rängen an der EM im vergangenen Jahr. Nach dem Tausendstel-Frust im 100-m-Halbfinal. Nach so viel Pech, die ultimative Erlösung. «Sie war so oft knapp daneben. Es ist schön, ist das Glück mal auf ihrer Seite», sagte Mutter Ruth gegenüber dem SRF. Sie hatte noch Tränen in den Augen. Vater Safuka nannte die Bronzemedaille «ein grosses Geschenk».

Auch Siegerin Asher-Smith freute sich für ihre Konkurrentin: «Ich hörte sie schreien und ganz ehrlich, ich freue mich so fest für sie.» Die Britin erinnert sich an ihr erstes Elite-Rennen, das sei in Zürich gewesen: «Mujinga war da der Star, jetzt freue ich mich, mit ihr auf dem Podest zu stehen.»

Kambundji konnte auch Minuten später ihren grossen Coup noch nicht richtig fassen: «Endlich und vor allem: Was!? Ich habe so fest gehofft, den Final zu erreichen, aber ich hätte niemals mit einer Medaille gerechnet.» Als SRF-Moderator Jann Billeter die Jubel-Szenen von Kambundjis Familie einspielen liess, lachte die 27-Jährige erstmal herzhaft auf: «So schön. Es bedeutet mir so viel, dass sie hier sind.» Ihren Gefühlszustand beschrieb sie auf ihre unnachahmliche Art: «I ha hennä Fröid!» Vor allem sei sie glücklich darüber, nach den vielen Rückschlägen die einmalige Chance, die sich ihr bot, gepackt zu haben.

Ehrliche Freude bei der Staffelkollegin: Salomé Kora kann es noch nicht fassen. (Video: SRF)

Ausser sich waren auch Kambundjis Staffel-Kolleginnen – Salomé Kora riss vor der SRF-Kamera Augen und Mund weit auf und strahlte übers ganze Gesicht: «Es ist so wunderschön, diesen Erfolg zu sehen. Sie hat so gut gekämpft, es ist so mega läss.» Kambundji sei nun endgültig in der Weltspitze angekommen. Die 25-Jährige sagte auch, dass eine grosse Party nicht drin liege, schliesslich müsse sie sich auf die Staffel vorbereiten: «Aber ein Kaffee morgen liegt sicher drin, um etwas zu feiern.» Anders Kambundjis Familie, wie Mutter Ruth sagt: «Heute Nacht wird nicht geschlafen.»

fas

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