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Tausendstel-Krimi um Kambundji

Die Schweizer Sprinterin ist in Doha in ihrem 100-Meter-Halbfinallauf (fast) zeitgleich wie Lucky Loser Teahna Daniels.

Ausgeschieden: Mujinga Kambundji.
Ausgeschieden: Mujinga Kambundji.
Jean-Christophe Bott, Keystone

Mujinga Kambundji ist im WM-Halbfinal über 100 Meter auf dramatische Art und Weise ausgeschieden. Die Schweizerin beendete den zweiten von drei Halbfinalläufen als Dritte in 11,10 Sekunden. Die Amerikanerin Teahna Daniels, die als Lucky Loser des ersten Halbfinallaufs in den Final einzog, wurde ebenfalls mit 11,10 Sekunden gestoppt. Den Ausschlag gab die genaue Zeitmessung, die auch die Tausendstelsekunden berücksichtigt. Der Vergleich der exakten Zeit war aus Kambundjis Sicht niederschmetternd, weil unfassbar knapp: Daniels 11,092 – Kambundji 11,093.

Kambundji fand unmittelbar nach dem Rennen zwar auch kurz ihren Humor wieder. Als sie von der einen Tausendstelsekunde hörte, die zum Final-Einzug gefehlt hatte, bestand ihr erster Kommentar zum Rennen aus einem Wort: «Scheisse!» Aber ja, so sei halt der Sprint. Und auch, wenn sie schon oft enge Entscheidungen gegen sich erlebt hätte – so knapp sei es dann halt doch noch nie gewesen.

Eine gute Gelegenheit habe sie verpasst, sagte Kambundji: «Ich dachte wirklich, ich könnte schneller laufen, ich hatte mich wirklich fit gefühlt. Ich bin überrascht von dieser Zeit.» Der Lauf sei insgesamt zwar nicht schlecht gewesen, diese eine fehlende Tausendstelsekunde hätte sie am ehesten beim nicht optimalen Start wettmachen können.

Fraser-Pryce gewinnt Gold

Zwar legte Swiss Athletic Protest ein, weil Daniels mehr Rückenwind gehabt haben soll, doch die endgültige Überprüfung der Verantwortlichen gab ein neues Resultat von 5 Tausendstel zu Gunsten von Daniels.

Damit aber noch nicht genug der Verwirrungen: Weil später die Holländerin Dafne Schippers für den Final verletzt passen musste, schien es eine weitere Gelegenheit für Kambundji sein, doch noch teilzunehmen. Doch am Schluss traten nur sieben Finalistinnen an. Gold sicherte sich die Jamaikanerin Fraser-Pryce (10,71 Sekunden) vor der Britin Dina Asher-Smith (10,83) und der Ivorerin Marie-Josée Ta Lou (10.90). Für Fraser-Pryce ist es nach 2009, 2013 und 2015 der vierte WM-Titel über 100 Meter.

Alex Wilson im Halbfinal, aber nicht zufrieden

Über 100 Meter war Alex Wilson schon im Vorlauf ausgeschieden. Dasselbe Schicksal blieb dem Schweizer Sprinter über 200 Meter erspart. Dritter wurde er in seiner Vorlauf-Gruppe, das reichte gerade, um sich für den Halbfinal (Montag, 19.50 Uhr) zu qualifizieren.

20,40 Sekunden benötigte Wilson. Die Zeit und der Lauf – beide machten Wilson nicht wirklich glücklich: «Der Start? Mein Gott …», kommentierte er die ersten Schritte nach dem Lauf im TV-Interview bei SRF. «Ich war noch nie so nervös wie vor diesem Rennen. Der Druck war immens.»

Dennoch konnte der Schweizer auch das Positive sehen: «Ich habe nicht aufgegeben. Es war hart. Ich habe die wohl härteste Gruppe erwischt. Und nachdem mein Lauf am Freitag über 100 Meter eine Katastrophe gewesen war, tut dieser 200-Meter-Vorlauf meinem Kopf gut.»

Der verpatzte 100-m-Vorlauf, bei dem Wilson auch über Motivationsprobleme geklagt hatte, habe ihn lange beschäftigt: «Es kann ja eigentlich nicht sein, dass ich so langsam bin. Aber ich bin eben ein 200-Meter-Läufer, das ist wie eine komplett andere Welt für mich.»

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