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Joshua gelingt die Revanche gegen Ruiz

Ruiz Jr. scheint beim Rematch um den WM-Gürtel lange chancenlos. Dennoch gewinnt Joshua erst nach Punkten.

Anthony Joshua (l.) dominiert den WM-Kampf während den ersten Runden. Danach zeigt Andy Ruiz Jr. wie gefährlich er im Infight sein kann. Doch Joshua lässt zum Schluss nichts mehr anbrennen und gewinnt einstimmig nach Punkten.
Anthony Joshua (l.) dominiert den WM-Kampf während den ersten Runden. Danach zeigt Andy Ruiz Jr. wie gefährlich er im Infight sein kann. Doch Joshua lässt zum Schluss nichts mehr anbrennen und gewinnt einstimmig nach Punkten.
Getty/Richard Heathcote
Joshua, der deutlich beweglicher und muskulöser ist als Ruiz, gewinnt die ersten sieben Runden. Die achte gehört dann aber klar dem Titelträger Ruiz.
Joshua, der deutlich beweglicher und muskulöser ist als Ruiz, gewinnt die ersten sieben Runden. Die achte gehört dann aber klar dem Titelträger Ruiz.
Getty/Richard Heathcote
Die Heavyweight Boxer Anthony Joshua und Andy Ruiz Jr. standen sich zum zweiten Mal gegenüber. Den ersten Kampf gewann der mexikanische Herausforderer Ruiz sensationell im Juni dieses Jahres. Damals schien der britische Titelträger und Favorit Joshua seinen Gegner unterschätzt zu haben. Das Rematch fand in der Diriyah Arena (Saudiarabien) statt.
Die Heavyweight Boxer Anthony Joshua und Andy Ruiz Jr. standen sich zum zweiten Mal gegenüber. Den ersten Kampf gewann der mexikanische Herausforderer Ruiz sensationell im Juni dieses Jahres. Damals schien der britische Titelträger und Favorit Joshua seinen Gegner unterschätzt zu haben. Das Rematch fand in der Diriyah Arena (Saudiarabien) statt.
Hassan Ammar, Keystone
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Das vermeintliche Box-Spektakel des Jahres ist zum Langweiler geworden und hatte im neuen Schwergewichtsweltmeister Anthony Joshua einen nie gefährdeten Sieger. Der Brite setzte sich am Samstagabend in Dirijah vor den Toren der saudischen Hauptstadt Riad nach zwölf Runden einstimmig nach Punkten gegen den US-Amerikaner Andy Ruiz jr. durch. 189 Tage nach dem ersten Duell im Madison Square Garden in New York revanchierte sich Joshua und holte sich die Weltmeistergürtel der Verbände WBO, WBA, IBF und IBO zurück.

«Ich wollte keine Ausreden suchen. Ich habe früher Leute ausgeknockt, doch ich wollte jetzt zeigen, dass ich auch klug boxen kann», sagte Joshua: «Ich bin hungrig und bleibe bescheiden. Ich bedanke mich bei Andy Ruiz und seiner Familie.»

Joshuas Promoter Eddie Hearn hatte den grösstmöglichen Ring in die Arena stellen lassen und sein Schützling nutzte den Platz. Der 30-Jährige hielt Ruiz durch seine grössere Reichweite auf Distanz und traf seinen Gegner schon in der ersten Runde mit einer satten Rechten am Kopf. Ein heftiger Cut über Ruiz' linkem Auge war die Konsequenz.

Während die ersten drei Runden an Joshua gingen, wurde Ruiz ab der vierten Runde aggressiver und kam öfter in den Infight. Vor den Augen von Show-Stars wie Sänger Usher war das Duell in der nicht ausverkauften Arena nun etwas ausgeglichener, wobei der bisweilen behäbige Ruiz immer wieder Schwierigkeiten hatte, Joshua zu treffen. Erst die achte Runde verbuchte der Kalifornier für sich, doch da brauchte er schon längst den K.o. - der an diesem Abend unmöglich war.

WM-Kampf war wegen Menschenrechtslage umstritten

Für das Duell hatten die saudischen Veranstalter innerhalb weniger Wochen eine Arena aus Stahl mit 15 000 Plätzen errichtet. Der WM-Kampf war wegen der Menschenrechtslage in Saudiarabien international umstritten. Immerhin sassen Frauen am Samstagabend in der Arena Seite an Seite mit Männern auf der Tribüne, teilweise ohne Kopftuch. Vor gut zwei Jahren waren Frauen von Sportverstanstaltungen noch ausgeschlossen gewesen.

Kritiker verwiesen im Vorfeld des Kampfes vor allem auf den Mord an dem regierungskritischen Journalisten Jamal Khashoggi vor mehr als einem Jahr im saudischen Konsulat in Istanbul. Die genauen Hintergründe der Tat und auch die Hintermänner sind noch immer unklar. Mit Kronprinz Muhammad bin Salman steht der mächtigste Mann des Landes unter Verdacht, in den Mord verwickelt zu sein.

Internationale Sportveranstaltungen sind Teil eines Programms, mit dem die saudische Regierung das Land gesellschaftlich liberalisieren will. Das Königreich möchte damit zudem für sich Werbung als Reiseziel für internationale Touristen machen. Am 22. Dezember wird in Riad auch der Supercup der italienischen Fussball-Liga ausgetragen.

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