Ironman: Daniela Ryf gewinnt in Rekordzeit

Die Solothurnerin Daniela Ryf hat an der Ironman-Weltmeisterschaft auf Hawaii wie im 2015 triumphiert – mit riesigem Vorsprung: 23 Minuten musste sie auf die Zweitplatzierte warten.

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Daniela Ryf beseitigte auf Hawaii ihre Selbstzweifel mit einer denkwürdigen Leistung. Die 29-jährige Solothurnerin verteidigte den Ironman-WM-Titel erfolgreich und stellte in 8:46:46 Stunden einen Streckenrekord auf.

Als «Wurf für die Ewigkeit» ­bezeichnete das Onlineportal Slowtwitch.com Ryfs Vorstellung, nachdem die Schweizerin die Konkurrenz nicht nur dominiert, sondern regelrecht deklassiert hatte. Ryfs Vorsprung im Ziel auf die Mirinda Carfrae aus Australien betrug 23:44 Minuten. Sie erzielte die klar beste Radzeit und imponierte mit dem schnellsten Marathon des Tages im Feld der Frauen.

Die 29-jährige Solothurnerin drückte die bisherige Hawaii-Bestmarke der dreifachen Ironman-Weltmeisterin Carfrae von 8:52:14 Stunden aus dem Jahr 2013 um über 5 Minuten. Nur gerade 30 Männer erreichten das Ziel mit einer besseren Zeit als Ryf. Dritte wurde die Vorjahresfünfte Heather Jackson aus den USA. Die sechsfache Ironman-Weltmeisterin Natascha Badmann beendete ihren 18. und letzten Auftritt auf Hawaii im 53. Rang im Feld der Frauen.

Die beseitigten Zweifel

Ryf sprach von einem perfekt verlaufenen Wettkampf und dem besten Ironman in ihrer Karriere. «Ich wusste nach dem vierten Rang vor fünf Wochen an der 70.3-WM in Australien nicht mehr genau, wo ich stand. Dieses Gefühl hatte ich auch noch während der Rennwoche.» Fraglich war vorab, ob Ryf den doppelten Start vom Juli, als sie in Roth die drittbeste Ironman-Zeit in der Geschichte (8:22:04) und eine Woche später in Zürich am Ironman Switzerland einen Streckenrekord (8:51:50) realisierte, verkraftet hatte.

In der Nacht auf Sonntag lieferte Ryf den eindrucksvollen Beweis, dass ihr dies gelungen ist. Die Zweifel anderer und alle Selbstzweifel zerstreute sie mit dem dritten Ironman unter der ­9-Stunden-Marke im gleichen Kalenderjahr. Dies hat zuvor einzig die nicht mehr aktive Chrissie Wellington im Jahre 2009 geschafft.

«Es ist nicht nur ein grosser Sieg, sondern auch eine grossartige Erfahrung, die ich hier machen durfte», sagte Ryf. «Ich vertraute meinem Trainer Brett Sutton. Er half mir und glaubte an mich. Und auch meine Supporter-Crew hier vor Ort half mir sehr. Ich hätte nicht um einen noch besseren Tag bitten können.»

In allen Disziplinen spitze

Die 3,8 km Schwimmen bewältigte Ryf in einer zwölfköpfigen Spitzengruppe in 52:50 Minuten, die 180 km lange Radstrecke, auf der ihr nur die Deutsche Anja ­Beranek Ryf einigermassen ­folgen konnte, in 4:52:26 Stunden. Mit einem Vorsprung von 8 Minuten auf Beranek nahm Ryf den Marathon in Angriff.

Die nächsten beiden Verfolgerinnen, die Amerikanerin Heather Jackson und die Australierin Annabel Luxford, wiesen beim zweiten Wechsel bereits einen Rückstand von 14 Minuten auf, Carfrae gar einen Rückstand von über 22 ­Minuten. Ryf lief den Marathon mit einem Kilometerschnitt unter 4 Minuten an.

Gerade in der letzten Disziplin hatte Ryf imponieren wollen – das tat sie und übertraf damit die eigenen Erwartungen. Die mit vielen Höhenmetern gespickte Laufstrecke legte sie bei drückender Hitze in persönlicher Ironman-Marathon-Bestzeit von 2:56:52 Stunden zurück.

Sie lief den Marathon damit knapp eineinhalb Minuten schneller als Carfrae, die als stärkste Läuferin im Feld gegolten hatte. Von Carfrae selbst erhielt Ryf nach ihrem Triumph den Ritterschlag: «Daniela befand sich in einer eigenen Liga. Ich war einfach noch die Beste vom Rest des Feldes.»

Ihrer Laufstärke war sich Ryf immer bewusst gewesen. «Ich wusste, dass ich gut laufen kann. Bis jetzt musste oder konnte ich es aber noch nicht so recht zeigen. Auf den letzten Kilometern sagte mir mein Team, dass ich den Rekord würde holen können. Die Zuschauer trieben mich dann am Ende voran.»

Dominante deutsche Männer

Bei den Männern gab es einen Dreifachtriumph der Deutschen, die fünf Athleten in den Top 7 stellten. Titelverteidiger und Weltbestzeitinhaber Jan Frodeno gewann vor Ironman-Europameister Sebastian Kienle. Dritter wurde Patrick Lange, der bei seinem Ironman-WM-Debüt den Marathon in der Streckenrekordzeit von 2:39:45 Stunden bewältigte.

Als bester Schweizer klassierte sich Ronnie Schildknecht auf dem 15. Rang. «Das ist nicht das, was ich erreichen wollte», konstatierte der neunfache Gewinner des Ironman Switzerland, der 2008 in Hawaii Vierter war. (Berner Zeitung)

Erstellt: 09.10.2016, 20:08 Uhr

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