Intakte Moral, wenig Vertrauen

Grünenmatt hat gegen Rychenberg Winterthur 7:10 verloren und liegt drei Runden vor Schluss unter dem Strich. Captain Simon Flühmann bleibt optimistisch, die Playoffs dennoch zu erreichen.

Teamleader und Captain: Simon Flühmann glaubt nach wie vor an die Playoffqualifikation seines Teams.

Teamleader und Captain: Simon Flühmann glaubt nach wie vor an die Playoffqualifikation seines Teams.

(Bild: Marcel Bieri)

Adrian Lüpold

Wem das Selbstvertrauen Schritt für Schritt abhandenkommt, der zieht oft auch das Pech an. Die Spieler des UHC Grünenmatt kennen diese Sogwirkung. Ihr letzter Sieg datiert vom 12. Dezember 2016. Es folgten fünf Niederlagen in Folge, das Team rutschte bis auf den neunten Platz ab – der UHCG läuft Gefahr, die Playoffs zu verpassen.

Simon Flühmann, mit aktuell 47 Punkten der zweitbeste Skorer der gesamten Liga, spricht denn auch von «einem klassischen Negativlauf», in dem sich sein Team derzeit befinde. «Es ist eine Mischung aus Pech, fehlendem Vertrauen und mangelnder Routine, die uns im Moment zu viele Spiele verlieren lässt», sagt der Captain der Oberemmentaler.

Mental geschwächt

Am Sonntag verloren die «Mätteler» aufs Neue. Zum sechsten Mal de suite, wobei die Leistung im Heimspiel gegen Rychenberg Winterthur (7:10) symptomatisch war für die Geschehnisse in den letzten Wochen: Mal wieder war Grünenmatt dem Gegner spielerisch ebenbürtig, holte einen Rückstand auf, bewies eine starke Moral, verliess das Feld nach mehreren unglücklichen Gegentoren indes doch als Verlierer. «Manchmal scheint es, dass wir mental nicht voll an unsere Chance glauben, vielleicht auch, weil in letzter Zeit so viel gegen uns gelaufen ist», glaubt Flühmann.

Das Unheil Grünenmatts nahm seinen Lauf schon Anfang November. Nach sieben Runden mit immerhin drei Siegen demissionierte der langjährige Coach Hanspeter Hiltbrunner über­raschend, weil er den Rückhalt des Teams nicht mehr gespürt ­habe. Kurz Zeit später suchte der schwedische Punktelieferant Kalle Berglund aus familiären Gründen das Weite. Und zu allem Überfluss leidet Offensivverteidiger und Scharfschütze Robin Markström an den Folgen einer Schulterverletzung, kann seinem Team nur sporadisch helfen.

Nationalspieler Flühmann ortet als Kernursache für die Baisse denn auch das Fehlen von starken Ausländern und routinierten Akteuren. «Wir haben viele junge und talentierte Spieler, denen aber ab und zu noch die Abgeklärtheit in wichtigen Situationen fehlt», wie Flühmann befindet. Mit den Ausländern habe man zudem etwas Pech gehabt in dieser Saison, «ihre Ruhe und ihre spielerische Klasse fehlen uns ganz klar».

Trainerduo nahe bei Spielern

Die Arbeit des tschechischen Trainerduos Tomas Chrapek und Tomas Trnavsky beurteilt Flühmann positiv: «Sie machen ihre Sache gut, sind nahe bei den Spielern.» Auffallend: Derweil Chrapek relativ ruhig und sachlich an der Bande coacht und vereinzelt Anweisungen gibt, nimmt Ex-Köniz-Trainer Trnavsky, der seit einigen Wochen im Trainerstab mithilft, im Hintergrund viel Einfluss auf die Akteure, zeichnet auf Tafeln Laufwege ein, gibt taktische Tipps, motiviert. «Die beiden ergänzen sich gut», meint Flühmann.

Nur einmal in den letzten fünf Spielzeiten verpasste Grünenmatt die Playoffs. Auch für die aktuelle Saison sind die Felle für die Oberemmentaler noch nicht davongeschwommen. «Wir müssen in den drei restlichen Spielen mindestens vier Punkte holen, um noch eine Playoff-Chance zu haben», sagt Flühmann, fügt aber realistisch an: «Es wird schwierig werden.»

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