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«Ich schlucke jeden Tag viele Medikamente»

400-m-Olympiasiegerin Sanya Richards spricht vor «Weltklasse Zürich» offen über den plötzlichen Ausbruch einer seltenen Krankheit und wie sie verzweifelt um die Welt reiste, um den Schmerz zu besiegen.

Sanya Richards betritt die Hotellobby Mövenpick mit einem breiten Lächeln. Es ist das Lächeln der neuen Olympiasiegerin über die 400 Meter. Es ist aber auch das Lächeln einer Frau, die für ihren Triumph in London viel leiden musste. Wie ein Gewitter aus heiterem Himmel ist es vor fünf Jahren über sie hereingebrochen: Ekzeme im Mund, juckende Haut und eine scheinbar unbändige Müdigkeit – die Diagnose Morbus Behçet. Die höchst seltene Autoimmunkrankheit warf sie fast aus der Bahn. «Es war ein Schock. Ich wusste zuerst nicht, wie ich damit umgehen sollte.»

Schubweise wurde Sanya Richards von diesen Symptomen erfasst, mit jeder neuen Welle verlor sie den Glauben, sich weiter an der Weltspitze halten zu können. «Das war meine schlimmste Zeit. Ich dachte, mein Körper lässt mich im Stich», erinnert sich die US-Sprinterin an das Jahr 2008, als sie in Peking mit Bronze eine weitere Enttäuschung ertragen musste. Ein Jahr zuvor versagte sie an den US-Trials und verpasste gar die Qualifikation für die Weltmeisterschaft. «Ich hatte grosse Schmerzen, ich wusste ja erst gar nicht, was ich hatte, ich war am Rande der Verzweiflung», sagt die heute 27-Jährige im Interview mit Redaktion Tamedia.

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