Glarners Becken wird mit Platten und Schrauben geflickt

Matthias Glarner zog sich bei seinem Sturz von einer Gondel aus zwölf Metern Höhe neben einer Verletzung des Sprunggelenks eine vordere Beckenringsprengung zu. Was ist das genau?

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Marco Oppliger@BernerZeitung

Das menschliche Becken hat eine Ringform. Im vorderen Bereich, oberhalb des Schambeins, wird dieser Ring durch diverse straffe Bänder zusammengehalten. Bei Glarner sind diese Bänder komplett gerissen.

«Diese Verletzung ist zum Glück nicht extrem schmerzhaft, da kein Knochen gebrochen ist», erklärt Professor Doktor Klaus Siebenrock. Der Direktor und Chefarzt der Universitätsklinik für Orthopädische Chirurgie und Traumatologie am Inselspital Bern hat Glarner am Dienstag am Becken operiert.

Gerade für einen Schwinger ist eine Beckenverletzung allerdings gravierend, wird doch dieser Bereich in Wettkampf und Training extrem belastet. Deshalb haben sich die Ärzte dazu entscheiden, das Becken mit Schrauben und einer Metallplatte zu stabilisieren, damit die Bänder anschliessend wieder zusammenwachsen können.

Grafik: sus/Quelle: Wikipedia

Im schlimmsten Fall chronische Beschwerden

Etwas komplizierter ist die Situation bei Glarners Fussverletzung. Wie rasch die Genesung erfolgt, hängt nicht zuletzt davon ab, wie gross der Knorpelschaden am Sprunggelenk ist.

Im schlimmsten Fall muss Glarner damit rechnen, dass ihn dadurch künftig chronische Beschwerden plagen werden. Diese Operation erfolgte jedoch erst am Abend.

Sicher ist: In dieser Saison wird der Schwingerkönig nicht mehr in den Sägemehlring steigen. Doch hält Siebenrock fest: «Eine Garantie hat man nie, aber die Chancen stehen gut, dass Matthias Glarner wieder schwingen kann.»

Berner Zeitung

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