Gersons Abend zum Vergessen

Mirco Gerson hat den Titel-Hattrick verpasst. Im Final des Championats auf dem Bundesplatz verlor der Belper an der Seite von Philip Gabathuler gegen das Duo Marco Krattiger/ Sébastien Chevallier deutlich.

Sand im Getriebe: Mirco Gerson streckt sich vergeblich, der Ball schlägt vor ihm auf.

Sand im Getriebe: Mirco Gerson streckt sich vergeblich, der Ball schlägt vor ihm auf.

(Bild: Andreas Blatter)

Mirco Gerson kennt das Gefühl, der Nationalhymne zu lauschen. 2013 und 2014 wurde der Schweizerpsalm auf dem Bundesplatz zu seinen Ehren gespielt. Auch gestern wieder hörte der 22 Jahre alte Belper die Landeshymne. Der Moment allerdings war für ihn kein erhabener.

Die Musik ertönte zu Ehren von Marco Krattiger und Sébastien Chevallier, die den Final der Schweizer Beachvolleyballmeisterschaft gegen das Berner Tandem Philip Gabathuler/Gerson unerwartet klar 21:15, 21:17 für sich entschieden.

Gerson war bitter enttäuscht. «Wir waren inkonstant und schlugen den Ball gefühlte 10-mal sinnlos in den Block», bemängelte der 1,88 Meter grosse Abwehrspezialist. «Wir haben unserem Gegner das Leben leicht gemacht.»

Mit ganz anderer Miene präsentierte sich der 28 Jahre alte Genfer Chevallier nach der Siegerehrung: «Im ersten gemeinsamen Jahr werden wir gleich Champion. Das ist unglaublich.» Vor dem Turnier deutete wenig auf einen Exploit des späteren Siegers hin. «Wir blicken auf eine schwierige Saison zurück. Auf der World Tour traten wir dreimal an, jedes Mal scheiterten wir bereits in der Qualifikation», sagt der Romand.

Vor einem Monat führte das Team mit Trainer Markus Egger ein klärendes Gespräch. Von da an gings bergauf. Noch hat Chevallier die Olympiaqualifikation nicht abgeschrieben. Die Zeit werde aber knapp. Er hoffe, sagt Chevallier, dass Swiss Volley diese Leistung registrieren werde. Der Verband entscheidet schliesslich darüber, welches Team an den Qualifikationsturnieren teilnehmen kann.

So fliegen die beiden helvetischen Tandems Gabathuler/Gerson und Nico Beeler/Alexei Strasser heute nach Griechenland, wo sie die Schweiz am Continental Cup in Thessaloniki vertreten. Sie wollen ihre Chancen auf die Olympiaqualifikation über diesen Wettbewerb wahren.

Über den Continental Cup werden zwei Plätze für die XXXI. Sommerspiele in Rio de Janeiro verteilt. Der Teamwettkampf wird ähnlich wie der Davis-Cup im Tennis zwischen den Ländern in einer Best-of-3-Serie ausgetragen. Die Abgesandten von Swiss Volley treffen in einer Vierergruppe auf den Gastgeber, die Ukraine und England.

Der Gruppensieger qualifiziert sich direkt für das Finalturnier im nächsten Jahr, der Zweitplatzierte muss über ein zusätzliches Turnier die Ochsentour antreten. Die Teilnahme der Schweizer Duos am Continental Cup ist darauf zurückzuführen, dass ihre Olympiaqualifikation über die bereinigte Weltrangliste (Top 16; nur zwei Teams pro Nation) in weite Ferne gerückt ist.

Gabathuler/Gerson figurieren im Weltranking momentan auf Platz 30, Beeler/Strasser auf Platz 40. Die neuen Schweizer Meister Krattiger/Chevallier tauchen erst an 105. Stelle auf.

Berner Zeitung

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