Floorball Köniz siegt zum Auftakt

Floorball Köniz setzt sich in der ersten Playoff-Halbfinalpartie gegen Alligator Malans mit 4:3 durch. Zu überzeugen vermögen die Berner jedoch nur bedingt.

Jubeln auf Schwedisch: Die beiden Könizer Jens Frejd (vorne) und Christian Kjellman freuen sich über den Treffer zum 3:3.

Jubeln auf Schwedisch: Die beiden Könizer Jens Frejd (vorne) und Christian Kjellman freuen sich über den Treffer zum 3:3.

(Bild: Andreas Blatter)

Osterzeit ist Playoff-Zeit, jedenfalls im Unihockey. Das freut Zuschauer wie Finanzchefs und beschert den Goalies zuweilen dumme Sprüche. Kassiert einer einen haltbaren Treffer, liegt die Verbindung mit der Eiersuche auf der Hand.

In der Sporthalle Weissenstein liessen sich die Torhüter am Ostersamstag allerdings nichts zuschulden kommen. Samuel Thut erweckte im Gehäuse von Floorball Köniz einen ebenso souveränen Eindruck wie sein Antipode Martin Hitz. Wobei der Schlussmann der Malanser in der ersten Halbfinalpartie einmal mehr hinter sich greifen musste als Thut, weil ihm sein Teamkollege Lukas Veltsmid ein Ei ins Nest gelegt hatte.

Der Tscheche in Bündner Diensten wollte, schräg hinter dem eigenen Tor stehend, einen Angriff auslösen, traf aber den Ball nicht richtig. Worauf die Kugel fünf Meter vor erwähntem Tor landete, beim völlig frei stehenden Christian Kjellman. Der Schwede in Berner Diensten liess sich nicht zweimal bitten und erzielte das 3:3, welches der Wende gleichkommen sollte. Das schnelle Umschalten

«Cool ist, dass wir mittlerweile auch solche Spiele gewinnen», resümierte René Berliat nach dem 4:3-Erfolg, welcher durch eine sehenswerte Einzelleistung Luca Grafs fixiert worden war.

Des Trainers Aussage fasst das Geschehen perfekt zusammen: Köniz bekundete nach längerer Ernstkampfpause Mühe, den Rhythmus zu finden. Von den Automatismen, welche in 22 Qualifikationspartien zu 180 Treffern geführt hatten, war 40 Minuten lang wenig zu sehen.

Ganz zu schweigen von der Effizienz, dank derer die Vorstädter im Cupfinal gegen GC bereits im Startdrittel entscheidend davongezogen waren. Die Steigerung erfolgte erst im letzten Abschnitt, als die Kräfte gebündelt wurden, Berliat und sein Gegenüber Esa Jussila von drei auf zwei Formationen zurückgingen.

Wobei das Pendel nicht zuletzt deshalb zugunsten der Gastgeber ausschlug, weil der Finne seiner Paradelinie um Center Tim Braillard bereits zuvor sehr viel Einsatzzeit gewährt hatte. Es erstaunt nicht, betonte Berliat das Optimierungspotenzial, insbesondere den Umschaltprozess von Abwehr- auf Angriffsverhalten, welcher zu langsam abgelaufen sei, sowie die fehlende Gradlinigkeit im Konterspiel.

Die einheimischen Talente

Nationaltrainer David Jansson sprach von einem «typischen Auftaktspiel», in dem jede Partei zuerst einmal schaue, wie die andere vorzugehen gedenke. Für den Schweden ist die Serie von hoher Relevanz. Weder seiner Beziehungen zu Köniz – er amtete zwei Jahre lang als Trainer der Vorstädter – wegen noch aufgrund der Verbindung zu Jussila, welcher in der Landesauswahl sein Assistent ist. Berner wie Bündner leben von einer talentierten Generation einheimischer Akteure, gemeinsam bilden diese ungefähr die Hälfte von Janssons Ensem­ble.

Es liegt auf der Hand, hofft der Selektionär vor allem auf höheres Tempo. «Viele dieser Spieler sind noch jung. Je mehr wichtige Entscheide sie auf dem Feld innert kürzester Zeit treffen müssen, desto besser werden sie.»

Konstant gut ist, jedenfalls aus Könizer Optik, der Publikumszuspruch. Bei den 1116 Zuschauern, die bei der Ouvertüre registriert wurden, handelte es sich keineswegs um eine einmalige Oster­kulisse. Seit Berliat das Ensemble vor 14 Monaten übernommen hat, geht es kontinuierlich aufwärts, die Entwicklung wird honoriert. In der laufenden Saison sind die Vorstädter zu Hause ungeschlagen. Besinnen sie sich in den nächsten Wochen auf ihre Qualitäten, dürfte dies auch so ­bleiben.

Bernerzeitung.ch/Newsnetz

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