Exploit der Schweizer Turner

An der EM in Montpellier erreichten die Schweizer Männer nicht weniger als sechs Finals. Pablo Brägger schwang mit seinem Qualifikationssieg am Reck obenaus.

Überflieger Brägger: Der St. Galler gewann die Qualifikation am Königsgerät Reck.

Überflieger Brägger: Der St. Galler gewann die Qualifikation am Königsgerät Reck.

(Bild: Keystone)

David Wiederkehr@DavidWiederkehr

Was für ein Tag für die Schweizer Kunstturner in Montpellier: Einen Tag nach der erfolgreichen Qualifikation von Giulia Steingruber legten die Männer nach und qualifizierten sich insgesamt für sechs Finals. Christian Baumann und Claudio Capelli werden am Freitag den Mehrkampffinal bestreiten sowie Pablo Brägger (Reck/Boden), Benjmain Gischard (Sprung) und Baumann (Barren) den Gerätefinal.

Seit der Einführung von Europameisterschaften im Jahr 1969 ist das den Schweizer Kunstturnern noch nie gelungen. Zwei Mehrkampfplätze und drei Gerätefinals war bislang die Rekordmarke gewesen.

Stolzer Nationaltrainer

«Das macht mich sehr stolz», rapportierte Nationaltrainer Bernhard Fluck. Er freute sich vor allem für die jungen Baumann und Gischard, vor allem der 21-jährige Aargauer Baumann liess bei seinen allerersten Europameisterschaften mit einem 9. Platz im Mehrkampf und dem 3. Rang in der Barren-Qualifikation aufhorchen. «Morgen ist allerdings ein neuer Tag», fügte Fluck an und wollte damit sagen: Seine Turner werden sich aufs Neue beweisen müssen. Der Mehrkampffinal beginnt für Baumann und Capelli am Freitag um 18.30 Uhr.

Einen Freudentag erlebte Pablo Brägger: Der 22-jährige Überflieger aus der Ostschweiz gewann am Königsgerät Reck die Qualifikation, Er profitierte zwar von einem Sturz von Überflieger Epke Zonderland, war aber mit seiner schwierigen Übung in der Lage, die Gunst der Stunde zu nutzen. Und er hätte damit den Gerätefinal auch mit einem Zonderland in Topform erreicht. Am Boden schliesslich überholte Brägger fast die gesamte Konkurrenz mit der allerletzten Übung des Tages in der Arena von Montpellier. «Ich weiss gar nicht, was ich sagen soll», sagte er, erstaunt von der eigenen Leistung.

Capelli unzufrieden

Weniger zufrieden mit seiner Leistung war Claudio Capelli. Im Mehrkampf qualifizierte sich der Berner Altstar zwar problemlos für den 24er-Final, an seinem Paradegerät Boden hingegen verpasste er den Finaleinzug wegen eines satten Übertritts nach der letzten Akrobahn. «Ich war zu wenig aktiv», übte er sich in Selbstkritik. Capelli hat seit geraumer Zeit mit Achillessehnen-Problemen zu kämpfen. Er wolle diese aber nicht als Ausrede benutzen, stellte er klar.

Auch der Zürcher Pascal Bucher verliess den Wettkampfplatz enttäuscht: Zunächst fassten ihn die Kampfrichter am Barren hart an, dann stürzte er am Reck beim Ausgang.

Bernerzeitung.ch/Newsnetz

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