Eine farbenfrohe letzte Runde

Heute Samstag um 15 Uhr beginnt für Neel Jani das letzte 24-Stunden-Rennen in Le Mans.

Janis Rebellion-Auto startet in Le Mans als Art-Car.

Janis Rebellion-Auto startet in Le Mans als Art-Car.

(Bild: Freshfocus)

Peter Berger@PeterBerger67

Seit 2009 fährt Neel Jani das legendäre 24-Stunden-Rennen von Le Mans. Zehn Jahre später wird das elfte Rennen vorerst sein letztes sein. Er wird die Langstrecken-WM verlassen und Ende Jahr mit Porsche in die boomende Formel E einsteigen.

«Natürlich spüre ich Wehmut», berichtet der 35-jährige Bieler aus Le Mans. «Hier machte meine Karriere die grössten Sprünge. Ich wurde vom jungen Fahrer zum Werksfahrer von Porsche und konnte mir im Rennsport einen Namen machen.»

2016 wurde Jani Weltmeister und gewann in Le Mans im Porsche auf dramatische Art und Weise. Drei Minuten vor Ende des Rennens war der Japaner Kazuki Nakajima im Toyota in Führung liegend stehen geblieben. Ein Jahr später ereilte Jani das gleiche Schicksal.

Der Porsche schied mit dem Sieg vor Augen aus. Danach verabschiedete sich der deutsche Hersteller aus der Langstrecken-WM. Deshalb fährt Jani nun seit 2018 wieder für Rebellion Racing, mit dem er einst debütiert hatte. Und das Privatteam beschert dem Schweizer einen farbenfrohen Abschied.

Als sogenannte Art-Cars fahren die beiden Wagen mit einer kunstvollen Lackierung. «Mir gefällt es», sagt Jani und lacht. «Selber wäre ich indes nie auf diese Idee gekommen, dazu fehlt mir die künstlerische Ader.»

Auffälliges Design als Vorteil

Der Berner sieht im neuen Design durchaus Vorteile: «Unser Auto ist ein leuchtender Farbklecks. Jeder sieht uns kommen.» Und soll gefälligst Platz machen, damit überholt werden kann. Denn mit seinen Teamkollegen Andre Lotterer (GER) und Bruno Senna (BRA) hat Jani bei seiner Derniere durchaus Ambitionen.

Zwar sind die beiden Autos mit Hybridtechnik von Toyota, dem einzigen verbliebenen Werkteam in der höchsten LMP1-Klasse, im Normalfall ausser Reichweite, aber im Kampf um Rang 3 will der Routinier mitreden, auch wenn im Qualifying nur Rang 6 resultierte.

Die Strategie heisst indes nicht Vollgas um jeden Preis, vielmehr ist Zuverlässigkeit gefragt. «Anders als damals mit Porsche geht es für uns nicht um Zehntelsekunden. Wir haben mit 340 km/h nicht den Topspeed wie andere Teams. Für uns ist entscheidend, dass wir das Auto nicht kaputtfahren.»

Gelingt dem Team ein solides, pannenfreies Rennen, steigt die Chance, dass es von Ausfällen profitieren kann.

Nur zu gerne würde Jani vor seinem Wechsel in die Formel E nochmals in Le Mans auf dem Podest stehen. Das Wort Abschied will er indes nicht benützen. «Ich betrachte es nicht endgültig als letztes Rennen. Ich kann mir gut vorstellen, später nochmals zurückzukommen.»

Berner Zeitung

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