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«Ein grosser Sieg für den grossen D»

Dirk Nowitzki gewinnt mit den Dallas Mavericks gegen die Miami Heat den NBA-Final. Die Pressestimmen zum historischen Sieg.

Die National Basketball Association (NBA) hat einen neuen Champion: Die Dallas Mavericks sicherten sich mit einem 105:95 bei Miami Heat und dem 4:2 in der Best-of-7-Serie erstmals in der Klubgeschichte den Titel.

Nach 1:2-Rückstand gewannen sie die folgenden drei Spiele und revanchierten sich an der mit Stars gespickten Mannschaft aus Florida für die 2006 erlittene 2:4-Finalniederlage. Der Deutsche Dirk Nowitzki wurde als erst zweiter Europäer nach dem Franzosen Tony Parker (2007) zum wertvollster Spieler («MVP») der Finalserie ausgezeichnet.

Hin und her in Miami

Dabei hatte Spiel 6 in der Arena in Downtown Miami ganz nach dem Geschmack der Gastgeber und vor allem auch für den in der Finalserie zu selten überzeugenden LeBron James begonnen. Der «King» erzielte ohne Fehlwurf neun Punkte zur 14:10-Führung. Die Gastgeber erhöhten sogar auf 20:11, bei Dallas war Nowitzki rasch mit zwei Fouls belastet. Dennoch gaben in der Folge die «Mavs» den Ton an. Hauptverantwortlich zeichneten Jason Terry und DeShawn Stevenson. Ein 29:8-«Lauf» brachte Dallas 40:28 voran. 23 Punkte wurden dabei von Spieler beigesteuert, die nicht zu der fünf Akteuren der Startaufstellung gehört hatten.

Doch Miami konterte in der Folge - auch ohne James - erfolgreich und legte seinerseits einen 16:1-Run aufs Parkett. Damit war die flotte Partie wieder offen. Ein kleiner Disput auf dem Feld zwischen Udonis Haslem (Miami) und Stevenson, in den sich auch Mario Chalmers (Miami) eingemengt hatte, wurde mit technischen Fouls gegen alle drei Spieler geahndet. Dallas durfte sich weiter auf den überragenden Terry verlassen, der zu Ende des zweiten Viertels zehn Punkte in Folge erzielte und bereits zur Pause bei 19 Zählern hielt. Die Texaner führten 53:51, obwohl Nowitzki bis dahin einen rabenschwarzen Tag hatte. Für den Deutschen standen zur Halbzeit lediglich drei Zähler bei einem Treffer aus zwölf Wurfversuchen zu Buche.

Nowitzkis Endspurt

Sieht man vom 56:55 ab, lag die in der Finalserie eigentlich favorisierten Heat-Equipe in der Folge nie mehr in Führung. Daran hatte schliesslich auch Nowitzki massgeblichen Anteil. 18 seiner 21 Punkte verbuchte er nach der Pause, davon zehn der letzten 16 der «Mavs». Erfolgreichster Skorer war der überragende Jason Terry mit 27 Zählern. Er war wie Nowitzki vor fünf Jahren im damaligen Verliererteam der Texaner gestanden.

Für Miami wiegt die Final-Niederlage 2011 umso schwerer, als James (21 Punkte im letzten Spiel) und Chris Bosh (19) im vergangenen Sommer verpflichtet worden waren, um den Titel gemeinsam mit Dwyane Wade (17 Zähler) zum zweiten Mal in den Süden Floridas zu holen. James verlor nach 2007 mit den Cleveland Cavaliers (0:4 gegen die San Antonio Spurs) neuerlich eine Finalserie um die NBA-Trophäe.

Der beste Europäer

Nowitzki, der am Sonntag 33 Jahre alt wird und der beste in der NBA tätige Europäer ist, verschwand nach dem Triumph zunächst kurz in der Kabine. Er gab zu, «ein bisschen geheult» zu haben, ehe er aufs Parkett zurückkehrte. Im ersten Interview bezeichnete der Deutsche den Titelgewinn mehrmals als «unglaublich» und nicht in Worte zu fassen. Heat-Superstar Wade zeigte sich als fairer Verlierer und Gratulant. Nowitzki habe «unglaublich gespielt und aus der Final-Niederlage 2006 gelernt». Er sei ein grossartiger Spieler und jetzt auch ein Champion.

In der texanischen Metropole, wo in den vergangenen Wochen Basketball-Euphorie wie nie zuvor geherrscht hatte, verfolgten am Sonntagabend allein 18'000 Fans im Heimstadion der Mavericks die Übertragung der entscheidenden Partie. «The Dallas Morning News» titelte am Montag «Simply Mav-elous» («einfach fantastisch»). «Dallas Mavericks versetzen Miami Heat in Schockzustand, gewinnen NBA-Titel», hiess dagegen der Aufmacher von «The Miami Herald». In Nowitzkis Heimatort Würzburg wurde die Nacht auf Montag zum Tag. Rund 1000 Fans hatten die Liveübertragung in den Sportbars der Stadt oder in der Cafeteria des Röntgen-Gymnasiums, Nowitzkis ehemaliger Schule, verfolgt.

«Kannst Dich verbessern, auch wenn du älter wirst»

Trainer Erik Spoelstra von Miami Heat zollte Nowitzki derweil grosse Anerkennung. «Dirk ist einer der Besten aller Zeiten. Er war es schon 2006, als wir gegen ihn gespielt haben. Er hat sein Spiel seitdem stetig weiter entwickelt, das ist bemerkenswert. Als NBA-Spieler kann man daraus eine wichtige Lehre ziehen: Du kannst dich verbessern, auch wenn du älter wirst, und deinem Spiel mehr Fähigkeiten und Möglichkeiten hinzufügen. Er ist wahrscheinlich einer der am schwierigsten zu verteidigenden Spieler der Liga, wegen seiner Fähigkeiten und seiner Grösse.»

Der deutsche Nationaltrainer Dirk Bauermann sagte: «Der Erfolg ist eine Bestätigung dessen, was wir schon lange wussten: Dirk ist ein ganz Grosser. Dieser Erfolg krönt eine lange Reise. Es gibt keinen, der die Meisterschaft mehr verdient hat als Dirk.»

si/ot

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