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Ein Abwehrchef, der nur selten laut wird

Samuel Röthlisberger wurde am Yellow-Cup als Defensivspezialist zum wertvollsten Spieler gekürt.

Samuel Röthlisberger erhielt als MVP am Yellow-Cup eine kleine Glocke als Preis.
Samuel Röthlisberger erhielt als MVP am Yellow-Cup eine kleine Glocke als Preis.
Keystone

In den Augen der Fachleute war der wertvollste Spieler (MVP) des Yellow-Cups in Winterthur nicht einer, der spektakuläre Tore erzielt. Sondern einer, der nicht einmal in der Skorerliste auftauchte. Samuel Röthlisberger, 23 Jahre alt, Abwehrchef der Schweizer Nationalmannschaft, durfte die kleine Glocke als Preis für den MVP entgegennehmen. «Es ist eine grosse Ehre, aber nicht so wichtig für mich, wir funktionieren als Team», kommentiert er die Ernennung.

Nicht nur die Jury des Turniers hat erkannt, dass die Schweiz mit dem Oberaargauer über einen Defensivspezialisten verfügt, der auf sehr gutem internationalem Niveau agiert. Nationaltrainer Michael Suter vertraut dem 1,99 Meter grossen und kräftigen Handballer die Rolle des Abwehrchefs an. Eine, die Röthlisberger als ruhiger Zeitgenosse ohne grosses Herumgeschreie einnimmt. «Ich diskutiere natürlich mit den Mitspielern, ständig laut werden mag ich aber nicht», beschreibt er, auf welche Art er seine Mitspieler führt.

Bei den Älteren mit dabei

Schon als Junior agierte Röthlisberger gerne in der Abwehr.Seine Qualitäten in diesem Bereich fielen Suter bereits auf, als dieser noch nationale Nachwuchsauswahlen betreute. AlsU-19-Nationalspieler durfte der Berner jeweils auch mit derU-21-Equipe an Endrunden teilnehmen.

Bundesliga-Experten äussern sich ebenfalls lobend über den beim TVB Stuttgart unter Vertrag stehenden Röthlisberger. «Einen Schweizer, der so zupacken kann, haben wir noch nicht gesehen», war etwa zu lesen. Im Gegensatz zu anderen Abwehrspezialisten kassiert er nur wenige Strafen, sodass er nur selten mit drei Ausschlüssen vorzeitig das Feld verlassen muss. Was ihn noch wertvoller macht.

Im Angriff kommt Röthlisberger, der vom Rückraumspieler zum Kreisläufer umgeschult wurde, hingegen kaum zum Einsatz. «Ich weiss, dass ich da noch viel lernen muss», ist er sich bewusst. Immerhin rückt er in Stuttgart für die Saison 2020/2021 in der internen Hierarchie am Kreis auf Position 2 auf.

Vorerst aber steht die EM im Fokus. «Schweden, Slowenien und Polen sind starke Gegner, aber wir können jeden bezwingen», sagt Röthlisberger als Vertreter eines selbstbewusst auftretenden Schweizer Teams.

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