Drei Punkte fehlten zum «Sieg»

Volley Köniz hat gegen Volero Zürich einen beherzten Auftritt gezeigt. Trotz des 0:3 lässt sich festhalten: Den Bernerinnen fehlte wenig, um dem überlegenen Titel­verteidiger beim 19:25, 22:25, 23:25 einen Satz zu entreissen.

Autsch:?Die Könizer Libera Simona Belotti wird von Teamkollegin Laura Sirucek unsanft aufgehalten.

Autsch:?Die Könizer Libera Simona Belotti wird von Teamkollegin Laura Sirucek unsanft aufgehalten.

(Bild: Andreas Blatter)

Ein mageres Pünktchen hat Köniz schliesslich dazu gefehlt, dem übermächtigen Volero Zürich ein Unentschieden abzuringen. Wie bitte, ein Unentschieden im Volleyball? Genau.

Der Könizer Teamchef Han Abbing klärt nach dem 0:3 (19:25, 22:25, 23:25) im Heimspiel gegen eines der fünf weltbesten Teams auf: «Ich sagte meinen Spielerinnen vor dem Spiel, dass sie 20 Punkte pro Satz wie einen Satzgewinn feiern sollen.

Ab 25 Punkten hätten sie sich einen zusätzlichen Satzgewinn verdient.» Ein Lächeln huscht über sein Gesicht, als der 54 Jahre alte Holländer einfallsreich ergänzt: «3 Punkte mehr, und wir hätten das Spiel ­sogar 4:3 gewonnen.»

Köniz gibt 20:15-Führung preis

Abbing hat den Humor nach der ersten Niederlage in der Meisterschaft von Volley Köniz nicht verloren. Der Übungsleiter des Berner Vorortsklubs freute sich vielmehr am couragierten Auftritt seiner Schützlinge gegen den aufgerüsteten Champions-League-Vertreter – wie die 780 Zuschauer in der Weissensteinhalle auch.

Die Könizerinnen forderten dem über weite Strecken nonchalant auftretenden Favoriten vieles ab. Hätten sich die Einheimischen in der Annahme stabiler gezeigt, wäre der erste Satzverlust Voleros im laufenden Championat vermutlich Tatsache geworden.

So aber konnte der Titelverteidiger seinen Kopf im zweiten Satz (Rückstand 15:20) und im dritten Durchgang (18:21) in extremis aus der Schlinge ziehen. Eingeleitet wurden die Zürcher Aufholjagden jeweils mit ausgezeichneten Aufschlägen.

«Bojana Zivkovic schlug ihren Service genau dorthin, wo es uns wehtat. Das ist ein Gütesiegel von Volero Zürich – wenn es nötig ist, kann es jene Qualität abrufen, die nötig ist dafür, nichts anbrennen zu lassen», sagt Abbing anerkennend. Um anzufügen: «Die Spielerinnen von Volero haben einen unbän­digen Siegeswillen.»

Spass gegen «Dream-Team»

Patricia Schauss kann mit der Niederlage leben. «Ich trauere lediglich dem verlorenen zweiten Satz nach. Diesen Vorsprung hätten wir nicht mehr aus den Händen geben dürfen», sagt der Kö­nizer Captain. «Nach dem 20:15 glaubten wir, den Satz bereits im Sack zu haben. Wir konnten nicht mehr Vollgas geben und produzierten viele Eigenfehler.»

Der gleiche Konzentrationsfehler sei bereits vergangene Woche in Luzern passiert. Damals musste Köniz nach einer 2:0-Satz­führung ins Tiebreak gehen und beim 3:2 überraschend einen Punkt abgeben. Schauss genoss den Vergleich gegen das «Dream-Team» aus der Limmatstadt, das heuer den erstmaligen Gewinn der Champions League anvisiert.

«Spiele gegen Volero machen Spass. Wenn es gelingt, Welt­klasseangreiferinnen erfolgreich zu blocken, so wie das Renata und Jovana Gogic gelungen ist, freut man sich doppelt», sagt Schauss. Hallenspeaker Bernhard Steiner freut sich ebenfalls über seinen Auftritt, als er gegen Ende des dritten Satzes klangvoll Almeida De Sousa Alves Josefa Fabiola ankündigt.

Laut Volero-Präsident Stav Jacobi gehört die Brasilianerin zu den vier welt­besten Zuspielerinnen. Die anderen drei heissen Maja Ognjenovic (Serb/spielt in Piacenza), Da­nielle Lins (Bra/Osasco) und Ana Antonijevic – auch die rekonvaleszente Serbin steht bei Volero unter Vertrag.

Berner Zeitung

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