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Doppelte Freude bei Sempach

Matthias Sempach bleibt seiner Linie treu. Am Mittelländischen Schwingfest in Gümligen feierte der 27-Jährige vor 2850 Zuschauen seinen dritten Festsieg in dieser Saison.

Matthias Sempach kann sich nach dem letzten Wochenende erneut auf den Schultern tragen und als Festsieger feiern lassen.
Matthias Sempach kann sich nach dem letzten Wochenende erneut auf den Schultern tragen und als Festsieger feiern lassen.
Walter Dietrich
Der Adelbodner Simon Allenbach (r) gratuliert Festsieger Matthias Sempach nach dem verlorenen Schlussgang.
Der Adelbodner Simon Allenbach (r) gratuliert Festsieger Matthias Sempach nach dem verlorenen Schlussgang.
Walter Dietrich
Lokalmatador Willy Graber (l) setzt gegen Andreas Ulrich, Gersau zum Siegesschwung im 1. Gang an.
Lokalmatador Willy Graber (l) setzt gegen Andreas Ulrich, Gersau zum Siegesschwung im 1. Gang an.
Walter Dietrich
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Im Schwingen gibt es manchmal auch überglückliche Verlierer. Nur wenige Sekunden dauert der Schlussgang am «Mittelländischen» in Gümligen. Mit Stich bezwingt Favorit Matthias Sempach seinen Gegner Simon Allenbach. Der Unterlegene steht auf, lässt sich das Sägemehl vom Rücken wischen – und strahlt als wäre er der glücklichste Mensch der Welt. Dass der Adelbodner zum Schlussgang antreten durfte, war die Überraschung des Tages. Zehn «Eidgenossen» sind angetreten; am Ende steht ein junger Mann im Ring, der in seiner Karriere bis am Sonntag noch nie einen Kranz gewonnen hat.

Seit mehreren Jahren ist Simon Allenbach bereits im Schwingen dabei, doch mittendrin stand er nie. Bei jedem Fest war er mit dem Kranz als Ziel angetreten, nach jedem Fest hatte er die Gewissheit, dass es nicht gereicht hatte. Manchmal klar nicht und zuletzt immer öfter ganz knapp nicht. «Für mich war klar, dass es irgendwann reichen muss», sagt der 21-Jährige. «In dieser Saison ist die Zuversicht stark gestiegen.» Am Bern-Jurassischen fehlte ihm der berühmte Viertelpunkt fürs Eichenlaub und am Pfingstsamstag in Aarwangen fiel erst im letzten Gang Kranzplätzen hinaus.

Heilender Mittagsschlaf

Auch in Gümligen hatte der Berner Oberländer heikle Momente zu überstehen. Auf die zwei Siege zum Auftakt gegen Lars Schmid (Biembach) und Bruno Graber (Krauchthal) folgte eine Niederlage gegen Damian Gehrig (Wasen i.E.). «Nach dem Kampf fühlte ich mich unwohl», berichtet Allenbach. Ausserhalb der Arena musste er sich übergeben. «Wahrscheinlich hatte ich zu viel Sägemehl geschluckt.» Nach einem Mittagsschlaf fühlte er sich wieder besser. Er gewann gegen Adrian Thomet (Oberbalm) und Roger Wälchli (Toffen) und weil die Führenden im 5. Gang schwächelten, stand der Name Allenbach plötzlich zuoberst auf der Rangliste. Bei der Einteilung ging der Maurer offenbar vergessen, sonst hätte er wohl im 5.Gang einen prominenteren Gegner zugeteilt erhalten.

Simon Allenbach konnte es egal sein. Er stand bei seinem allerersten Kranzgewinn im Schlussgang. «Was will man mehr?», fragt er überglücklich. Mit dem Erfolg dürfte ihm sogar die Qualifikation für das «Eidgenössische» sicher sein.

Im Gegensatz zu Allenbach wird Matthias Sempach dort zu den Topfavoriten auf die Königskrone gehören. Mit dem gestrigen Auftritt bestätigte der 27-Jährige seinen Ruf als Siegschwinger. Es war Sempachs dritter Festsieg in diesem Jahr, dabei wurde er bei der Einteilung nicht verschont. Drei «Eidgenossen» musste sich der Alchenstorfer stellen. Gegen die Innerschweizer Gäste Philipp Laimbacher und Edi Kündig gab es Siege, das Duell mit Christian Stucki (Lyss) endete ohne Resultat. Der Sieg in Gümligen war Sempachs 75.Kranzgewinn.

Dass ein Nichtkranzer wie Allenbach in einem Schlussgang steht, ist übrigens nicht neu. So standen sich im Jahr 2000 am Mittelländischen in Münchenbuchsee sogar zwei Nichtkranzer gegenüber. Einer davon, Markus Bolz, gewann sogar das Fest.

Und während Simon Allenbach bei der Rangverkündigung als Drittplatzierter für einmal ganz früh ausgerufen wurde und sich mit einem Lebendpreis auf den Heimweg machte, mussten sich andere über den fehlenden Viertelpunkt zum Kranzgewinn ärgern. Zum Beispiel die beiden «Eidgenossen» Beat Wampfler (Oey) und Ivo Laimbacher (Ingenbohl).

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