Zum Hauptinhalt springen

Die Tränen des norwegischen Weltmeisters

An der Schwimm-WM in Shanghai gewann der Norweger Alexander Dale Oen wenige Tage nach dem Massaker von Oslo Gold über 100 Meter Brust. Bei der Siegerehrung übermannten ihn die Gefühle.

Bewegender Moment: Alexander Dale Oen bei der Siegerehrung.
Bewegender Moment: Alexander Dale Oen bei der Siegerehrung.
Keystone
«Es bleibt schwer»: Der Norweger zur mentalen Belastung.
«Es bleibt schwer»: Der Norweger zur mentalen Belastung.
Keystone
Den Weltrekord nur knapp verpasst: 58,71 Sekunden benötigte der Norweger für die 100 Meter Brust.
Den Weltrekord nur knapp verpasst: 58,71 Sekunden benötigte der Norweger für die 100 Meter Brust.
Keystone
1 / 7

Einen wichtigen Sieg für sich, aber gerade auch für seine Heimat feierte Alexander Dale Oen – nicht nur, weil es sich um das erste WM-Gold Norwegens überhaupt handelt. Der 26-Jährige zeigte nach seinem Triumph über 100 m Brust beziehungsweise drei Tage nach dem furchtbaren Massaker in und nahe Oslo mit insgesamt 93 Todesopfern symbolisch auf die auf seiner Kappe angebrachte Landesflagge. «Wir müssen alle zusammenhalten. Hier können wir nur versuchen, unser Bestes zu tun.»

Unmittelbar nach seinem Sieg jubelte der frischgebackene Weltmeister noch. Bei der Siegerehrung zeigte Alexander Dale Oen dann Emotionen. Gemäss Faz.net sagte Dale Oen zum Zeremoniell: «Die Hymne, die Flagge, ich habe an alle zu Hause gedacht, und dann kam alles wieder hoch.» Danach äusserte er sich aber gefasst, wenn er sagte: «Wir müssen weitermachen, damit irgendwann der Alltag wieder einkehrt. Wir dürfen nicht zulassen, dass dieser Kerl unsere Zukunft ruiniert.»

Sieg der Lokalmatadorin

Am lautesten wurde es im mit 18'000 Fans ausverkauften Oriental Sports Center beim Sieg der Einheimischen Ye über 200 m Lagen. Diese sorgte mit einem tollen Schlussspurt, als sie auf der letzten Bahnlänge noch an vier Konkurrentinnen vorbeizog, für den ersten Triumph des Gastgebers im 50-m-Becken. Bemerkenswert: Ye Shiwen ist erst 15-jährig. Allerdings hatte die nur 1,60 m grosse Chinesin schon letztes Jahr für Aufsehen gesorgt, als sie an den Asien-Spielen sowohl über 200 als auch über 400 m Lagen Gold gewann.

Die vierte Goldmedaille am Montag ging an Dana Vollmer (100 m Delfin), die den erfolgsverwöhnten Amerikanern damit den ersten Titelgewinn in China bescherte.

Cielo trotzt «harter Zeit»

Ungeachtet der Dopingaffäre um seine Person sicherte sich César Cielo in Shanghai den WM-Titel über 50 m Delfin. Der 24-jährige Brasilianer war erst nach einem Urteil des Sportgerichtshofs CAS von letztem Donnerstag überhaupt startberechtigt. Cielo gelang es, einen Furosemid-Befund mit verunreinigten Nahrungsergänzungsmitteln zu erklären.

Über die ganze Angelegenheit mochte der 50-m-Olympiasieger von Peking danach nicht viele Worte verlieren: «Die Zeit zuletzt war sehr hart für mich. Nun bin ich einfach glücklich, dass ich hier sein darf. Dieses Gold ist die grösste Erleichterung meines Lebens. Für mich ist die Sache erledigt.» Für Cielo, den Weltrekordhalter über 50 wie 100 m Crawl, wars der dritte WM-Titel.

si/ot

Dieser Artikel wurde automatisch aus unserem alten Redaktionssystem auf unsere neue Website importiert. Falls Sie auf Darstellungsfehler stossen, bitten wir um Verständnis und einen Hinweis: community-feedback@tamedia.ch