Die Polen-Fraktion

Der VBC Uni Bern startet am Sonntag in Luzern mit einem neuen Team in die NLA-Saison. Trainer Mikolaj Ostrowski holte gleich drei polnische Landsleute.

Die Polen von Uni Bern: Rafal Maczkowski, Jacek Ziemnicki, Jakub Radomski und Trainer Mikolaj Ostrowski (von links).

Die Polen von Uni Bern: Rafal Maczkowski, Jacek Ziemnicki, Jakub Radomski und Trainer Mikolaj Ostrowski (von links). Bild: Raphael Moser

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Gegenüber der vergangenen Saison hat Uni Bern die Ausländeranzahl massiv erhöht. Darryl Shank (CAN) ist geblieben, ebenso Damien Rossignol (FRA), aus der 2. Mannschaft wurde der Slowake Jaroslav Vicko geholt. Neu geben aber vor allem die Polen den Ton an. Wer sind der Trainer und die drei Feldspieler?

Mikolaj Ostrowski (37, Trainer): Zusammen mit seiner Frau Marta (sie spielte früher bei Köniz) lebt er bereits seit zehn Jahren in der Schweiz. Er trainierte zuletzt das Frauenteam (1. Liga) von Uni Bern. Nun tritt er die Nachfolge von Marco Bonaria an. «Für mich ist das eine riesige Chance, aber auch ein grosses ­Risiko», sagt der ausgebildete Sportlehrer zu seiner ersten Profianstellung im Volleyball. Der Unterschied sei primär, dass er jetzt mit Männern statt Frauen arbeite. «Aber aufgrund der höheren Liga sind die Spieler professioneller. Ich kann mehr erwarten und fordern.» Unmissverständlich hält er fest: «Ich kann schlecht verlieren.»

Ostrowski hat massgeblichen Anteil, dass nun drei polnische Feldspieler im Team sind. «Der Schweizer Markt ist ausgetrocknet», begründet er. Der Trainer liess seine Beziehungen spielen, ist aber überzeugt, dass auch die jungen Landsleute in der NLA mithalten können. «Wir sind wiederum Weltmeister geworden. Die höchste polnische Liga ist besser als die NLA. Sie gehört für mich zu den Top 5 der Welt.» Mit Uni Bern strebt er in der Liga eine ähnliche Platzierung an, obwohl er sich kein konkretes Rangziel entlocken lässt. Wohl bis im Dezember kann der Coach auch auf Mirco Gerson zählen, bevor sich die Teamstütze wieder ausschliesslich dem Beachvolleyball zuwenden wird.

Jakub Radomski (30, Aussenangriff): In zwei Jahren mit Näfels wurde der 203 cm grosse Routinier zweimal Vizemeister, Vizecupsieger und Vizesupercupsieger. Warum also der sportliche Abstieg zu Uni Bern? «Ich war bisher immer nur Profi, jetzt wollte ich etwas ändern. In Bern habe ich die Möglichkeit, im IT-Bereich zu arbeiten und Volleyball auf hohem Niveau zu spielen», erklärt «Kuba». Natürlich ist auch Landsmann Ostrowski ein Grund für den Wechsel nach Bern. «Ihn lernte ich aber erst in der Schweiz kennen. Mit dem Bruder seiner Frau spielte ich dagegen in der Heimat schon im gleichen Team.» Die sportlichen Ambitionen mag er indes nur ungern nach unten anpassen. «Ich möchte weiterhin um Medaillen kämpfen. Die Playoff-Halbfinals sind mein Ziel. Wichtig ist mir jedoch, dass wir uns als sehr junge Mannschaft weiterentwickeln und verbessern.» Radomski ist der Älteste im Team.

Jacek Ziemnicki (21, Aussenangriff): Er kommt vom Absteiger Dafi Spolem Kielce in der polnischen Liga nach Bern. In der Heimat hat er seine Bewerbung im Internet platziert. So hat ihn Ostrowski gefunden. Im Probetraining im Juli hat er den Trainer danach überzeugt. «Ich bin zum ersten Mal im Ausland. Ein neues Land, eine neue Liga, das bedeutet vor allem ein Abenteuer», sagt er. Nach drei Jahren in der höchsten polnischen Liga hat er nun in Bern vorerst für eine Saison unterschrieben. «Ich konzentriere mich voll auf den Sport.» Sollte er jedoch länger bleiben, schliesst er nicht aus, ein Studium zu beginnen. «Aber dazu müssen meine Sprachkenntnisse noch deutlich besser werden», erklärt Ziemnicki in Englisch.

Rafal Maczkowski (19, Libero): Er spielte in der vergangenen Saison in der Juniorenabteilung von Wifama Szkola Gortata Lodz. Der gut vernetzte Ostrowski hat ihn letztlich über eine Drittperson nach Bern geholt, weil er unbedingt einen Libero im Team brauchte, nachdem ihm andere Kandidaten für diese Position abgesagt hatten. Wie Ziemnicki absolvierte auch Maczkowski bei Uni ein Probetraining. In Polen gehörte er einmal zum Aufgebot einer nationalen Juniorenauswahl, kam danach aber nicht zum Einsatz. «In Bern will ich lernen und Fortschritte erzielen», beschreibt er seine Ziele.

(Berner Zeitung)

Erstellt: 12.10.2018, 07:37 Uhr

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