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Die Handballstadt braucht eine Handballhalle

Sportredaktor Adrian Horn zum Thuner Handball-Erfolg und dessen Zukunft.

Adrian Horn
Strömen zu viele Fans in die Lachenhalle, stehen sie sich auf den Füssen herum. Komfort? Fehlanzeige.
Strömen zu viele Fans in die Lachenhalle, stehen sie sich auf den Füssen herum. Komfort? Fehlanzeige.
Roland Peter

Der Halbfinal zwischen Wacker Thun und den Kadetten Schaffhausen fand in Olten statt – auf sogenannt neutralem Boden. Die Nordostschweizer aber dürften sich an einem Auswärtsspiel gewähnt haben. Das Gros der weit über tausend Zuschauer war in den Farben der Berner Oberländer gekleidet.

Überhaupt befand sich die Stadthalle in der Solothurner Gemeinde am Final Four fest in Thuner Hand. Das kor­respondiert mit den Zuschauerzahlen in der Meisterschaft. Wacker ist seit einigen Jahren jener Klub, der die Partien vor der grössten Kulisse austrägt. Als einziger Verein hierzulande weist er durchschnittlich eine vierstellige Besucherziffer aus.

Titelkandidaten bei Männern wie Frauen, eine unvergleichlich hohe Popularität:Thun ist die Handballhauptstadt der Schweiz. Eine adäquate Spielstätte aber existiert im Berner Oberland nicht. Gerade Wacker hadert des Öftern mit der Bleibe. Die Lachenhalle, altgedient und wunderbar gelegen, ist gewiss kein übles Bauwerk, Qualifikationsspiele gegen Teams wie Gossau und St. Gallen lassen sich problemlos veranstalten.

Spätestens wenn es um Titel geht, gelangt sie aber an Grenzen. Zweitausend Leute haben offiziell darin Platz, das sind im Grunde zu viele, der Komfort tendiert in diesem Fall gegen null, die Sicherheit ist wegen der auf kleinem Raum befindlichen Menschenmasse nicht unein­geschränkt gewährleistet. Als Folge davon bleiben potenzielle Gäste dem Match fern – wie 2016 im Playoff-Final geschehen, als die Halle trotz riesigem Interesse nicht voll war.

In Bezug auf die Spielstätte hinkt Thun der Konkurrenz hinterher.Schaffhausen hat eine moderne Arena, in Bern und in weiteren Städten werden Hallen gebaut. Stehen sie erst mal, verleiht dies dem Klub Schub. Wacker und Rotweiss drohen deswegen auf Dauer nicht Spitze verkörpern zu können.

«Erste Gespräche» in Bezug auf eine neue Spielstätte sollen zwischen den Parteien schon stattgefunden haben. Das heisst es seit Jahren, und Worte bauen keine Hallen. Die Handballer benötigen eine Bleibe, in der sie trainieren können, wann ihnen danach ist. Ein Hallenprojekt muss ins Auge gefasst werden – für die erfolgreichen Klubs und für all die vielen Leute, welche mit ihnen sympathisieren.

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