Die Flückigers tüfteln mit

Seit dieser Saison ist der Berner Velohersteller Thömus auf der höchsten Stufe im Mountainbike vertreten – sehr zur Freude der Oberaargauer Profis Mathias und Lukas Flückiger.

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1991 hat Thomas Binggeli in Oberried bei Köniz Thömus Veloshop gegründet. 2018 rüstet der Berner das Mountainbike-Team von Ralph Näf mit den Oberaargauern Fahrern Mathias und Lukas Flückiger aus. Binggeli hat das Engagement nicht gesucht.

Weil das Profiteam, dem auch die Nidwaldnerin Alessandra Keller und die Aargauerin Kathrin Stirne­mann angehören, für die neue Saison ohne Veloausrüster da­gestanden war, entschied er sich, in die Bresche zu springen.

Für den Einstieg auf höchster Cross-Country-Stufe griff Binggeli auf das im vergangenen Herbst lancierte Modell Lightrider zurück. «Unsere Philosophie ist, dass bei uns jeder Kunde alle Modelle haben kann und wir nicht spezielle Bikes für die Profis anfertigen. Natürlich haben wir die Velos für sie weiterentwickelt. Der Prozess ist noch nicht abgeschlossen.»

Flückigers entwickeln mit

Ein voll gefedertes Fullsuspen­sion-Lightrider-Modell ist bei Thömus ab 4500 Franken zu haben. Die «getunten» Bikes der Flückigers kosten 12 500 Franken und sind 9,9 Kilogramm schwer. «Was die aktuelle Ausstattung betrifft, sind wir der Konkurrenz teilweise voraus», sagt Lukas ­Flückiger.

Die Flückiger-Brüder nehmen als ausgebildeter Baumaschinenmechaniker (Mathias) und Landmaschinenmechaniker (Lukas) direkten Einfluss auf die Entwicklung. Binggeli hebt diesbezüglich Mathias hervor: «Sein Know-how betreffend Produkt, Technologie und In­novation ist beeindruckend.»

Mathias Flückiger hält dazu fest: «Der Vorteil einer kleinen Firma ist, dass wir näher dran sind. Ein Telefon oder ein Besuch reicht dafür, eine Idee umzusetzen. Wir können schneller reagieren als ein weltweiter Hersteller.»

Die Flückigers verwenden bei ihren Bikes vorn nur ein Ritzel. Die zwölf Gänge reichen, weil das Duo Anstiege auch in höheren Gängen bewältigen kann. Überall wird versucht, Gewicht einzu­sparen. Auch wenn an jedem Detail getüftelt wird, hält Mathias Flückiger fest: «Es gibt nicht einfach das perfekte Bike. Vielmehr muss es individuell angepasst und abgestimmt sein.»

Lukas Flückiger stellt sein Rennbike vor. Video: Peter Berger

Verlängerung in Sicht

Binggeli ist mit Thömus vorerst für ein Jahr eingestiegen. «Die Resonanz ist positiv, wir profitieren», hält der Oberrieder nach den ersten Rennen fest. Auch weil das Team bereits Podestplätze erreichte, ist der Beachtungsgrad hoch. Ab heute findet in Albstadt (GER) der erste Welt­cupevent in Europa statt.

Mit der Heim-WM auf der Lenzerheide im September steht der Höhepunkt noch bevor. Werden weitere Partner gefunden, verlängern Binggeli und Teammanager Näf die Zusammenarbeit bis zu den Olympischen Spielen 2020 in ­Tokio. «Gespräche laufen, wir möchten im Juni informieren», verrät Binggeli.

Livestream des Rennens am Sonntag auf www.redbull.tv (Berner Zeitung)

Erstellt: 18.05.2018, 12:14 Uhr

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