Die Berner auf der Schwägalp

Der Berner Schwinger können dem Saisonhöhepunkt nicht den Stempel aufdrücken. Einzig Christian Gerber wächst als Zweiter über sich hinaus – trotz gestörter Vorbereitung.

Überzeugender Auftritt: Der Röthenbacher Christian Gerber (links) wurde auf der Schwägalp Zweiter.

Überzeugender Auftritt: Der Röthenbacher Christian Gerber (links) wurde auf der Schwägalp Zweiter.

(Bild: Raphael Moser (Archiv))

Ausschlafen wird überschätzt. So müssen es die Schwinger sehen, deren Wettkämpfe sonntags um 8 Uhr beginnen. Christian Gerber reiste bereits am Samstag in Richtung Schwägalp, wollte es sich mit der Freundin im Bus gemütlich machen. Dumm nur, hatte der Emmentaler seine Parkkarte vergessen – und wildes Campieren ist auf dem Pass nun mal nicht erlaubt.

Also fuhr er talwärts, wo die Wohnmobile der Fanclubs stationiert waren. Dort herrschte munteres Treiben, «an eine ruhige Nacht war nicht zu denken», erzählt Gerber schmunzelnd. Wie auch immer: Geschadet hat es dem 27-Jährigen nicht. Aus den ersten drei Gängen resultierten drei Siege mit der Maximalnote, Schinken und Kartoffelsalat ass Gerber am Mittag mit dem Selbstverständnis des Führenden.

Zu stoppen vermochte ihn erst Samuel Giger, wobei sich der Röthenbacher, die Beine in die Luft gestreckt, in auswegloser Situation noch lange wehrte. Im fünften Gang trotzte Gerber Christian Schuler einen «Gestellten» ab, letztlich reichte es mit 57,50 Punkten zum zweiten Rang.

Nur vier Kränze

Gerber war die positive Überraschung in einem Berner Team, in dem nicht alles rundlief. ­Willy Graber sagte am späten Samstagabend krankheitshalber ab, Simon Röthlisberger und Florian Gnägi mussten nach drei respektive vier Gängen aufgeben. So blieb es bei den Kranzgewinnen von Christian Stucki, Kilian Wenger (geteilte 4.), Matthias Aeschbacher (6.) und eben Gerber.

Doch zurück zu Gerber: 2006 hatte er den Eidgenössischen Nachwuchsschwingertag in seinem Jahrgang nach Belieben dominiert. Doch während aus Marcel Mathis, Reto Nötzli und Wenger, den Gewinnern der anderen Altersklassen, Kranzfestsieger wurden, ist Gerber nicht an die Spitze vorgedrungen. Mehrmals fiel er verletzt aus, «aber ich bin auch zu wenig trainingsfleissig», gesteht der Metzger. Auf der Schwägalp aber bewies er einen langen Atem und Kämpferqualitäten. «Dieses Resultat ist ein Ansporn, dranzubleiben.»

Berner Zeitung

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