Die Asien-Reise trägt Früchte

Patrick Zbinden hat sich in Burgdorf zum Berner Meister küren lassen. Der 16-Jährige Ittiger hat in den letzten Monaten grosse ­Fortschritte gemacht.

Patrick Zbinden spielt nun mehr mit Köpfchen.

Patrick Zbinden spielt nun mehr mit Köpfchen.

(Bild: Manuel Zingg)

Kurz vor halb vier ist es so weit. Patrick Zbinden hat Martin Schwab souverän in zwei Sätzen besiegt. 27 Minuten benötigte der 16-Jährige für den 21:14, 21:9-Erfolg, der ihm den Titel des Berner Badmintonmeisters einbringt. Wenig später strahlt er vom Podest. Er kennt das Gefühl des Triumphes bereits vom letzten Jahr, und doch ist diesmal alles anders.

Vor Jahresfrist gewinnt er an der Seite seines Teamkollegen Razlan Shah die Doppelkonkurrenz. Das Duo ist den Gegnern deutlich überlegen, gibt während des gesamten Turniers nur einen Satz ab. Zbinden erinnert sich, sagt aber, ohne zu zögern: «Ich war damals noch recht schlecht. Eigentlich hat Razlan alles gemacht.»

Der Malaysier war damals erst vor wenigen Monaten in die Schweiz gekommen, spielte für den BC Einigen-Spiez und gab sein Wissen in der Badmintonakademie von Donovan Cuntapay in Worblaufen weiter. Mit seiner Klasse war er nicht nur den Gegnern deutlich überlegen, sondern fungierte auch als Mentor für junge Spieler wie Patrick Zbinden.

Der Ittiger trainiert dreimal in der Woche in der Akademie von Donovan Cuntapay, wird dort gezielt gefördert. Im Juli folgte aber eine besonders intensive und lernreiche Trainingsphase fernab der Heimat. Zbinden reiste für drei Wochen nach Malaysia und trainierte intensiv in einer Akademie. Die erfahrenen Coachs hätten ihm viele neue Perspektiven auf das Spiel eröffnet, sagt Zbinden.

Der Fokus sei dabei viel mehr auf der Taktik gelegen – einem Element also, dem er bis anhin nur wenig Aufmerksamkeit geschenkt hatte. «Vorher habe ich oft einfach drauflosgespielt», sagt er. Nun lege er jedoch einen viel grösseren Wert darauf, mit Köpfchen zu spielen.

Suspekte Setzlisten

In Burgdorf zeigt sich, dass die Asien-Reise bereits Früchte trägt. Zbinden gibt im ganzen Turnier keinen einzigen Satz ab, wird somit seiner Favoritenrolle als Nummer 1 der Setzliste gerecht. Wobei – Rankings sind Zbinden sowieso suspekt. Nach dem ersten Turniertag und zwei Siegen stufte er jedenfalls die Konkurrenz stärker ein als sich selbst. «Rankings erzählen nicht die ganze Wahrheit», sagt Zbinden. Auch wenn einer hinter ihm klassiert sei, könne er verlieren. So weit kam es nicht. Er sei immer sehr kritisch mit sich, sagt Zbinden und schmunzelt.

Der Bäckerlehrling scheint Gefallen daran zu finden, dass in der Rangliste vor seinem Namen die 1 erscheint. Für die Junioren-Schweizer-Meisterschaft im Dezember hat er sich jedenfalls zum Ziel gesetzt, vorne mitzuspielen. Natürlich würde er sich wünschen, erstmals den Titel zu gewinnen, Zbinden ist aber etwas anderes wichtiger. Nämlich dass er endlich mal einen anderen Rang als den dritten belegt, wie bei seinen bisherigen Teilnahmen. Mit dem zweiten Platz wäre er folglich auch zufrieden.

Wöchentliches Krafttraining

Um sich weiter nach oben zu spielen, arbeitet Zbinden an seiner Schnelligkeit, die er momentan als seine Schwachstelle identifiziert. Zudem absolviert er einmal wöchentlich ein Krafttraining, um die körperlichen Defizite zu minimieren. Denn Zbinden will sich nicht damit zufriedengeben, bei nationalen Turnieren und in der zweiten Mannschaft von Einigen-Spiez in der 2. Liga anzutreten.

Er will sich früher oder später in der ersten Equipe in der NLB messen und auch vermehrt internationale Turniere bestreiten, sich dort dann auch mal in einen Halbfinal oder einen Final spielen. Und auch wieder mal nach Malaysia reisen – die Fortschritte der vergangenen Monate sollen nicht die letzten sein.

Berner Zeitung

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