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Der unspektakuläre Rekordspieler

Valentin Striffeler (28) bestreitet ab heute mit dem BSV Bern sein letztes Playoff. Keiner hat mehr NLA-Spiele für die Berner bestritten als er.

Valentin Striffeler posiert mit dem Trikot, das ihm der BSV als Rekordspieler überreichte. Foto: Christian Pfander
Valentin Striffeler posiert mit dem Trikot, das ihm der BSV als Rekordspieler überreichte. Foto: Christian Pfander

Er ist keiner, der für Spektakel sorgt und die Zuschauer mit technischen Kabinettstückchen von den Sitzen reisst. Er ist auch keiner, der oft als Torschütze in Erscheinung tritt oder mit knallharten Abwehraktionen auffällt. «Vali», wie Valentin Striffeler von allen genannt wird, ist einer, der seinen Dienst für die Mannschaft verrichtet, unspektakulär und zuverlässig.

Eigenschaften, mit denen er sich während zwölf Jahren seinen Platz im Kader des BSV Bern sicherte. Und nicht nur dies. Striffeler, in Münsingen aufgewachsen, in Bern wohnhaft, ist zum Rekordspieler geworden. Mitte März erhielt er einen speziellen Dress überreicht, mit 269 NLA-Partien für den BSV hatte er Stefan Lanker überflügelt, der bei seinem Rücktritt 1991 Captain gewesen war und sechs Jahre zuvor dem letzten Berner Meisterteam angehört hatte.

«Es ist eine schöne Sache», sagt Striffeler, wird aber auch da nicht euphorisch. Drei weitere Partien sind seither dazugekommen, ab Dienstag (19.45 Uhr) steigt er mit dem ersten Heimspiel der Best-of-5-Viertelfinalserie gegen St. Otmar in sein letztes NLA-Playoff.

Vom Rückraum nach aussen

Striffeler hat in Münsingen mit dem Handballspielen begonnen, Kollegen nahmen ihn in den Schulsport mit. Christoph Kauer, der Trainer der Berner Regionalauswahl, half beim Wechsel nach Bern mit, In der Saison 2007/2008 absovierte Striffeler sein erstes NLA-Spiel. Gegen wen dies war, erinnert er sich nicht mehr, wohl aber an seinen Premierentreffer am 23. Februar 2008.

«Das war gegen Kriens», sagt der heute 28-Jährige. Trainer war Peter Bachmann, erzielt hat ihn Striffeler vom rechten Flügel aus. Auf dieser Position hat er die meisten Begegnungen in der obersten Spielklasse absolviert. Obwohl der Linkshänder gelernter Rückraumspieler ist. «Aussen war ein Platz im Team frei geworden, seither spiele ich dort», sagt Striffeler. Mit 186 cm Körpergrösse kann er beide Positionen einnehmen.

«Vielleicht gehe ich etwas zu wenig Risiko ein», sagt Striffeler. «Das tun dafür andere im Team, da gleicht sich das wieder aus.» Mit seiner unspektakulären, aber äusserst soliden Spielweise hat es Striffeler bis in die Nationalmannschaft geschafft. Während zweier Jahre war er unter Rolf Brack, dem Vorgänger des heutigen Trainers Michael Suter, Mitglied der Landesauswahl.

«Brack war ein spezieller Typ mit unkonventionellen Ideen», blickt Striffeler zurück. «Ich habe mich unter ihm wohlgefühlt. Er hat mir viel Verantwortung übertragen und mich oft spielen lassen.» Nicht alles sei schlecht gewesen, trotz des desaströsen Endes mit schwachen Auftritten gegen Holland, die zur Entlassung des Deutschen führten. «Wir haben mit ihm beispielsweise an der Universiade Bronze geholt», sagt Striffeler.

Nachfolger Suter wollte ihn im Nationalteam halten, der Berner entschied sich jedoch dagegen. Striffeler nahm den Abschluss seines Betriebswirtschaftsstudiums in Angriff; im Sommer steigt er ins Berufsleben ein. Beim BSV nimmt er mittlerweile die Rolle eines wertvollen Ergänzungsspielers ein, oft kommt er nur kurz zum Einsatz. «Für mich ist das in Ordnung so», sagt er. «Die Stammspieler haben sich ihre Einsatzzeit verdient.»

Die Lust am Handball hat Striffeler nicht verloren, er wird seine Karriere bei Biel in der NLB fortsetzen. Der Kreis schliesst sich, er wird dort wieder Rückraumspieler, Christoph Kauer sein Trainer sein. Zuerst aber will er noch möglichst lange mit dem BSV auflaufen.

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