Der Steigerungslauf setzt sich fort

Das Frauenteam von Skorpion Emmental hat gegen Wizards Bern-Burgdorf 6:3 gewonnen. 2012 war die Equipe aus Zollbrück in die NLB aufgestiegen, nun steht sie in der NLA auf Platz 2.

Nummer 1 im Bernbiet: Skorpion Emmental (in der Mitte Captain Fabienne Walther) behält gegen Wizards Bern-Burgdorf die Oberhand.

Nummer 1 im Bernbiet: Skorpion Emmental (in der Mitte Captain Fabienne Walther) behält gegen Wizards Bern-Burgdorf die Oberhand.

(Bild: Marcel Bieri)

Der Lärm der 306 Zuschauer erfüllt die Halle in Zollbrück. Nadine Krähenbühl sorgt mit dem 5:2 in der 42.Minute für die Entscheidung zugunsten von Skorpion Emmental, damit auch für ausgelassene Stimmung auf der Tribüne. Das Duell mit den Wizards aus Bern und Burgdorf um die Vorherrschaft im Kanton wird stets mit besonders grossem Interesse verfolgt – die Zuschauerzahl jedenfalls sucht im Frauenunihockey ihresgleichen.

Die Entwicklung von Skorpion Emmental versetzt den Beobachter ins Staunen. Im Frühling 2012 von der 1.Liga in die NLB aufgestiegen, promovierte die Equipe Trainer Aldo Casanovas direkt in die höchste Spielklasse und setzt den Steigerungslauf noch immer fort. In der letzten Saison reichte es erstmals für die Playoffs, nun scheint ein weiterer Schritt nach vorne keineswegs ausgeschlossen. Der 6:3-Derbysieg beschert den Skorpions Platz 2 und damit die Rolle des ersten Verfolgers von Meister Piranha Chur.

Taktischer Fortschritt

Die Bedeutung des Erfolgs über den Kantonsrivalen reicht weit über das Prestige hinaus. Der Vergleich mit den Wizards war für das junge Team ein Gradmesser, ein Sechspunktespiel. Den guten Saisonstart haben die Emmentalerinnen mit dem Bestehen der Reifeprüfung bestätigt. «Wir haben heute in taktischer Hinsicht einen riesigen Schritt vorwärts gemacht», resümierte Casanova. Der Bündner lobte seine Akteurinnen, weil diese trotz gegnerischen Pressings in der Lage waren, die einstudierten Angriffsauslösungen umzusetzen.

Casanova geniesst in der Szene einen ausgezeichneten Ruf als Ausbildner junger Spielerinnen. Damit passt er genau zur Philosophie des Vereins – nach wie vor stehen im Kader der Skorpions ausschliesslich Schweizerinnen. Die Verpflichtung einer ausländischen Verteidigerin ist nicht ausgeschlossen. «Sie müsste aber gut sein und zu uns passen, sonst ergibt das wenig Sinn», meint Captain Fabienne Walther. Casanova sagt, im Sommer seien zwei, drei Akteurinnen im Gespräch gewesen, um die dünn besetzte Abwehr zu verstärken. Ergeben hat sich nichts. So stammen die fünf Zuzüge aus U-21-Teams, drei davon aus jenem des Vereins.

Geringes Gefälle

Aus der Jugend von Lejon Zäziwil kam die 18-jährige Torhüterin Janina Limacher. Sie erhielt im Derby zum zweiten Mal in dieser Saison den Vorzug gegenüber Stefanie Blaser und rechtfertigte die Nomination mit starken Paraden. Krähenbühl, Schützin des Game-Winning-Goals, ist ebenfalls neu im NLA-Kader. Die 20-Jährige hatte mit der U-21-Equipe der Skorpione im Frühling den Meistertitel gewonnen.

Auf fremde Hilfe scheint Casanovas Team nicht angewiesen zu sein. Für Fabienne Walther indes ist klar, dass es «irgendwann wohl nicht mehr anders gehen wird». Derzeit präsentieren sich die Zollbrückerinnen als eingespieltes Kollektiv, welches über drei ausgeglichene Linien verfügt, variantenreich angreift und viele flinke Spielerinnen im Kader hat. «Die Voraussetzungen sind da, um jeden Gegner zu schlagen», bestätigt der Captain. Ausgeschöpft scheint das Potenzial des jungen Ensembles nicht zu sein.

Berner Zeitung

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