«Das Stadiongefühl ist nun da»

Die Frutigerin Nadine Zumkehr und ihre Beachvolleyballpartnerin Joana Heidrich haben an der Olympiahauptprobe in Klagenfurt brilliert. Vor dem Flug nach Rio de Janeiro spricht die 31-Jährige über die Gründe.

Nadine Zumkehr (links) und Joana Heidrich haben «viel Vertrauen in ­unsere Olympiakoffer gepackt».

Nadine Zumkehr (links) und Joana Heidrich haben «viel Vertrauen in ­unsere Olympiakoffer gepackt».

(Bild: Keystone)

Rang 2 am Major-Turnier in ­Klagenfurt, das beste Ergebnis in der Geschichte des Tandems Heidrich/Zumkehr – warum hat es ausgerechnet am Wochenende vor Olympia geklappt?Nadine Zumkehr: Wir hatten eine Baisse, wussten jedoch sehr wohl, was möglich ist, wenn wir unser Leistungsvermögen abrufen können. Wir bewahrten Geduld, und es ist uns offensichtlich gelungen, die vermutlich etwas verloren ­gegangene Spannung neu aufzubauen. Fairerweise muss man auch die Rahmenbedingungen erwähnen.

Wie meinen Sie das?Es waren nicht ganz alle Teams dabei, die besten Brasilianerinnen und Amerikanerinnen fehlten. Trotzdem: Es war ein sehr cooles, ein sehr wichtiges Erlebnis. Wir haben viel Vertrauen in unsere Olympiakoffer gepackt.

Sie wirken erstaunlich nüchtern.Wir wissen seit mehreren Monaten, dass wir mit allen Teams mithalten können, wenn unsere Leistung stimmt. Man darf nicht vergessen, dass es oft um Nuancen geht. Es kann fast jeder fast jeden schlagen. Wir haben es in dieser Saison in beide Richtungen erlebt. Wir wussten daher auch, dass wir sehr nahe bei den Besten sind. Und doch ist es schön, dies vor dem Saisonhöhepunkt noch einmal spüren zu dürfen. Da steigt man mit einem anderen Gefühl ins Flugzeug.

«Wir wissen seit mehreren Monaten, dass wir mit allen Teams mithalten können, wenn unsere Leistung stimmt.»Nadine Zumkehr

Drei Schweizer Frauenequipen in den Viertelfinals eines Major-Events, das hatte es zuvor nie ­gegeben . . .. . . Wahnsinn, es haben alle drei Teams eine super Vorstellung ­geboten. Isabelle (Forrer; die Red.) und Anouk (Vergé-Dépré) schrammten gegen das weltbeste Duo haarscharf an den Halbfinals vorbei. Tanja (Hüberli) und Nina (Betschart) konnten im Bronzespiel das i-Tüpfelchen auf ihre Darbietung setzen. Es ist höchst erstaunlich, dass die beiden zu diesem Zeitpunkt derart gross aufspielen, obwohl sie in Rio gar nicht dabei sein werden. Swiss Volley hat in Klagenfurt einen schönen Lohn und den Beweis ­erhalten, dass die Qualität der Verbandsarbeit stimmt.

Nun folgt der Wechsel vom Wörthersee an die Copacabana – wie gross ist die Herausforderung?Ab dem Viertelfinal war der Kessel in Klagenfurt voll. Wir mussten vor den Partien jeweils im Tunnel warten; es dröhnte, der Bass schepperte, die Stimmung war krass. Ich glaube, im Hinblick auf Rio war das perfekt – das Stadiongefühl jedenfalls ist nun da (lacht). Allzu oft erhalten wir sonst nicht die Gelegenheit, vor einer solchen Kulisse zu spielen.

Haben Sie sich für das Olympiaturnier ein konkretes Ziel ­gesetzt?Das Minimalziel ist, die erste Phase zu überstehen – in unserer ausgeglichenen Gruppe ist das absolut nicht selbstverständlich. Wir sind eines von fünfzehn Duos, welche das Exploit-Team sein können und sein wollen.

Welches Exploit-Team?Die zwei brasilianischen Duos, die Amerikanerinnen Kerri Walsh und April Ross sowie die Deutschen Laura Ludwig und ­Kira Walkenhorst stehen meines Erachtens eine Stufe über dem Rest. Drei dieser Teams dürften die Halbfinals erreichen. Der vierte Platz, so male ich mir das zumindest aus, ist für das Ex­ploit-Team reserviert.

Berner Zeitung

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