Orientierungslauf

«Das Niesen-Projekt hat mir geholfen»

Orientierungslauf Drei Weltcupeinsätze, drei Podestplätze. Sabine Hauswirth (29) aus Kirchenthurnen spricht über das erfolgreichste Wochenende in Ihrer Karriere.

Sabine Hauswirth erfreut sich einer hervorragenden Form.

Sabine Hauswirth erfreut sich einer hervorragenden Form. Bild: Christian Pfander

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An der WM in Estland liefen Sie in den Einzelsparten am Podest vorbei, in den Weltcuprennen vom Wochenende in Lettland belegten Sie die Ränge 2 und 3. Was war anders als im Juli?
Sabine Hauswirth: Die Form ist ähnlich, mehr Druck hatte ich an der WM nicht verspürt. Aber das Zusammenspiel zwischen technischer und physischer Komponente scheint im Verlauf der Saison immer besser zu werden.

Vom Gelände her dürfte es zwischen den baltischen Nachbarn kaum Unterschiede geben. Ist es nicht einfach Kopfsache?
Der Kopf spielt eine Rolle, aber es ist nicht so, dass an der WM die Nerven geflattert hätten. Ich bin körperlich stärker als im letzten Sommer, muss das erwähnte Zusammenspiel daher neu justieren. In diesem Prozess bin ich weiter fortgeschritten als im Juli.

In der Staffel verwiesen Sie als Schlussläuferin die schwedische Weltranglistenerste Tove Alexandersson um eine Sekunde auf Platz 2. Was war Ihnen auf dem Schlussabschnitt durch den Kopf gegangen?
Hundert verschiedene Sachen, am häufigsten die gute Vorarbeit der Kolleginnen. Klar, Tove ist die Nummer 1, aber den physischen Direktvergleich hatte es zuvor nie gegeben. Ich erinnerte mich an den Vortag, als ich im gleichen Gelände auf Platz 2 vorgestossen war, an meine Niesen-Läufe . . .

. . . was für Niesen-Läufe?
Bei den Leistungstests schneide ich bergauf seit Jahren schwächer ab als im Flachen. Im Frühling nahm ich mir daher vor, sechsmal auf den Niesen zu laufen – auch wegen der EM 2018, die im Tessin auf coupiertem Terrain stattfinden wird. Die Hälfte des Pensums habe ich hinter mir.

Was haben die Niesenläufe mit dem Staffeltriumph zu tun?
Auf den letzten 100 Metern rannten wir in Lettland eine Skipiste hinauf. Ich wusste, dass ich das trainiert hatte; ich fühlte mich gut und konnte Tove auf Distanz halten. Das Niesen-Projekt hat mir sicherlich geholfen.

Ende September findet in Grindelwald der Weltcupfinal statt. Wie bereiten Sie sich auf den Event in der Heimat vor?
Das alpine Gelände habe ich im Griff. Es geht primär darum, locker zu bleiben, auf andere Gedanken zu kommen. Ansonsten läuft man nur Gefahr, nervös zu werden. Ich werde deshalb den Powerman in Zofingen (ein ­Duathlon/die Red.) bestreiten.

In Lettland realisierten Sie Ihre ersten Einzel-Weltcup-Podestplätze im Ausland. Folgt in der Schweiz der erste Weltcupsieg?
Ich bin nicht der offensive Typ, der sagt, ich will hier oder dort gewinnen. Aber der erste Sieg ist ein Ziel, und dieses ist in Reichweite geraten.

(Berner Zeitung)

Erstellt: 28.08.2017, 19:52 Uhr

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