Chrigel Maurer auf der Zielgeraden

Am Freitag tat sich Chrigel Maurer am Mont Blanc recht schwer. Vor dem Turnpoint St. Hilaire war dann Bodenarbeit angesagt. Ob der König der Lüfte wohl schon Samstagabend im Mittelmeer baden kann?

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Bruno Petroni

200 Kilometer Vorsprung

Am Freitag um 16 Uhr war es so weit: Christian «Chrigel» Maurer hatte den 200. Kilometer Vorsprung zwischen sich un den im Kandertal fliegenden Engländer Jon Chambers gelegt. Nur - eine Stunde später war es auch um Chrigels Flugtag geschehen. Der Talwind blies im Hitzekessel von Grenoble derart stark, dass er in Pontcharra 20 Kilometer nördlich des letzten Kontrollpostens St. Hilaire landen musste. Marschieren war angesagt. Nein, rennen sogar: Beim Team SUI1 kam vorübergehend etwas Hektik auf, denn Chrigel wollte unbedingt noch zu Fuss St. Hilaire erreichen und vor neun Uhr abends das Tal traversieren, um am Samstagmorgen von der Chaine de Belledonne Kurs auf die Alpen der Provence nehmen zu können. Die Zeit wurde knapp, der zwölf Kilometer lange Aufstieg von Touvet nach St. Hilaire (650 Höhenmeter) musste unter zwei Stunden geschafft sein. Punkt 20.30 Uhr hob Chrigel Maurer trotz starkem Abwind auf dem Plüschteppich der St. Hilaire-Startrampe ab und erreichte so am Gegenhang noch das Hundertseelen-Nest Laval. Zur Belohnung gabs dort dann ein Vollbad im kühlen Dorfbrunnen, und ein lauwarmes Bier.

Am Samstag bereits in Monaco?

Die verbleibenden 200 Kilometer bis ans Ziel in Monaco sind für Chrigel am Samstag kein Ding der Unmöglichkeit: Am Montag und Mittwoch flog er weiter. Dennoch spricht man im Team SUI1 noch nicht von Monaco, von Ziel, und von Sieg. Das Duo Maurer-Theurillat behält den selben Rennrhytmus inne, den es seit Salzburg hat: «Wenn wir anfangen, hier und dort etwas grosszügiger mit der Zeit umzugehen, passieren die Fehler», weiss Thomas Theurillat, der nicht nur diplomierter Bergführer, sondern auch studierter Psychologe ist.

Theurillat bemerkte übrigens am Freitag nebenbei, dass Chrigel ja am Donnerstag alle drei grossen Nordwände der Alpen gesehen habe: Vor dem Eiger gestartet, das Matterhorn umflogen und unter der Grande-Jorasses gelandet.

Für weitere Informationen: Livetracking.

Bernerzeitung.ch/Newsnetz

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