Brasilianerinnen verzaubern Köniz

Beim 3:1-Heimsieg von Volley Köniz gegen Franches-Montagnes haben die beiden Brasilianerinnen Edis Bento und Alessandra Dos Santos eine tragende Rolle gespielt.

Technik wie aus dem Lehrbuch: Die Brasilianerin Alessandra Dos Santos ist in vieler Hinsicht ein wahrer Glücksfall für Volley Köniz.

Technik wie aus dem Lehrbuch: Die Brasilianerin Alessandra Dos Santos ist in vieler Hinsicht ein wahrer Glücksfall für Volley Köniz.

(Bild: Raphael Moser)

Der neue Trainer der Könizerinnen hatte Ende Sommer noch zwei Spielerinnen für das Kader gebraucht. Auf dem brasilianischen Transfermarkt wurde Han Abbing schliesslich fündig: Elis Bento und Alessandra Dos Santos standen zur Verfügung. Doch ­sofort engagierte er das Duo nicht. Obwohl «achtzig Prozent der brasilianischen Spielerinnen grosse Talente sind», zögerte der Coach mit Erfahrung in der deutschen Bundesliga vor einem Blind Date.

Auf Youtube erhält er schliesslich einen Eindruck von Bento und Dos Santos: Was der Trainer sah, gefiel ihm. Nach den Transfers bestätigten sich in der Praxis die ersten Eindrücke. Beim 3:1 Sieg gegen Franches-Montagnes (25:20, 22:25, 25:19, 25:22) waren die beiden Südamerikanerinnen einmal mehr die Matchwinner. Dos Santos – die vor dem Spiel gegen Franches-Montagnes 58 Punkte auf dem Konto gehabt hatte und die zweitbeste Skorerin der NLA gewesen zwar – sicherte den Könizerinnen mit ihren Abschlüssen zahlreiche Punkte.

Gegnercoach als Dolmetscher

Im Gespräch nach dem Spiel machen sich sofort Sprachprobleme bemerkbar: Der Zugang aus Rio do Sul spricht kein Wort Englisch. Die Lösung: Franches-Montagnes’ Coach Romeu Betramelli Filho. Der Trainer der Gastmannschaft ist selbst Brasilianer und hilft gerne aus. «Es war ein gutes Spiel mit viel Kampf», übersetzt er für Dos Santos. «Es ist eine gute Erfahrung für mich, hier zu spielen. Die Schweiz ist wirklich ein wunderbares Land.»

Die Differenz zwischen dem hiesigen Volleyball und dem ihr vertrauten in Brasilien sei deutlich. Trat die Equipe in der neuen Weissen­steinhalle vor 260 Zuschauern auf, tun dies die Teams aus Südamerika vor bis zu 3000 Beobachtern. Den grossen Unterschied zwischen den beiden Ländern bestätigt auch Han Abbing: «Die Liebe für diesen Sport ist in Brasilien riesig. Die Unterschiede sind nicht nur qualitativer Art, sondern auch emotionaler.»

In der Leistung von Köniz gegen Franches-Montagnes sieht Abbing Verbesserungspotenzial. «Es war ein bisschen wie letzte Woche. Die Fehlerquote war zu hoch. Zudem liess nach dem ersten Satz die Konzentration nach», analysiert er. Die Partie sei eine Lernstunde für das Team gewesen. Sie habe gezeigt, «dass wir uns mit solchen Unkonzentriertheiten gegen jedes Team der Liga schwertun».

Mit dem Resultat sei er aber schliesslich trotzdem ­zufrieden. Sieg ist Sieg. So betrachtet es auch die Serbin Jovana ­Gogic: «Im Moment sind wir ­alle froh, dass wir gewonnen ­haben.»

Gogics Traum

Die 22-Jährige wurde im Sommer von Volero Zürich ausgelehnt. Es ist ihr drittes Jahr in der Schweiz. Vorher, von 15 bis 18, hatte sie in ihrer Heimat in Belgrad gespielt. «Ich wechselte in die Schweiz, weil ich hier einen guten Vertrag bekommen habe», erklärt Gogic. Irgendeinmal würde sie gerne bei einem italienischen Klub unter Vertrag stehen, einfach, weil ihr das Land sehr gefalle.

Die Serbin kommt unter der Obhut von Coach Abbing zu ­wertvoller Spielpraxis. Der holländische Trainer beschreibt sie als grosses Talent, das allerdings noch lernen muss, sich auf das Wesentliche zu fokussieren. «Wenn sie das begreift, wird aus ihr eine gute Zuspielerin. Sie hat viele Talente», erklärt er.

Berner Zeitung

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