Box-Meeting: Alain Chervet will kein Risiko eingehen

Am Box-Meeting in Bümpliz wird Ex-Europameisterin Nicole Boss verabschiedet. Alain Chervet verzichtet darauf, in den Ring zu steigen.

Eigentlich hätte Alain Chervet den Hauptkampf am Box-Meeting Bümpliz bestreiten sollen. Doch der ungeschlagene Berner Leichtgewichtler verzichtet auf einen Einsatz.

Eigentlich hätte Alain Chervet den Hauptkampf am Box-Meeting Bümpliz bestreiten sollen. Doch der ungeschlagene Berner Leichtgewichtler verzichtet auf einen Einsatz. Bild: Hans Wüthrich

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Die Weihnachtszeit war in Bern seit Jahren auch eine Boxzeit. Das Stephanstag-Meeting im Kursaal hat eine lange Tradition, und der Event in Bümpliz genoss zunehmend einen guten Ruf. 2015 ist es etwas anders. Der Boxing Day im Kursaal ist aufgrund von unpässlichen Profis auf den Ostermontag verschoben worden. Und die Veranstaltung im Sternensaal, die am Samstag um 19.30 Uhr beginnt, wird diesmal nicht von Nicole Boss geprägt. Die ehemalige Europameisterin aus Wohlen ist unlängst zurückgetreten; in Bümpliz wird sie nun noch offiziell verabschiedet.

Eigentlich hätte daher Alain Chervet den Hauptkampf bestreiten sollen. Doch der ungeschlagene Berner Leichtgewichtler verzichtet auf einen Einsatz. Seine Entzündung in der linken Hand ist nicht wie erhofft ab­geklungen. Der 25-Jährige und Daniel Hartmann, sein Manager und Trainer, wollen kein Risiko eingehen.

Die grosse Vorsicht ist insofern verständlich, als die schriftliche Zusage der International Boxing Federation (IBF) vorliegt, dass Chervet am 28. März um einen sogenannten Junioren-WM-Titel kämpfen kann. Objektiv betrachtet ist der sportliche Wert eines solchen Titels bescheiden, doch innerhalb der Boxszene hat er durchaus Bedeutung und kann einer Karriere Schub verleihen.

Meetingveranstalter Sascha Müller ist es geglückt, Ersatz zu besorgen. Morgen steigen nicht nur Amateure, sondern auch die St. Galler Jungprofis Zino Meuli und Valentino Herrera (29) in den Ring; beide treffen auf Bul­garen. (Berner Zeitung)

Erstellt: 18.12.2015, 13:35 Uhr

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Den Heimvorteil erkauft

Nachdem sie den EM-Titel zweimal verteidigt hatte, wurde Nicole Boss vom Verband World Boxing Council zur Pflichtherausforderin für Leichtgewichts-Weltmeisterin Delfine Persoon bestimmt.

Als die Bernerin sich bereit erklärte, zum Duell mit der Belgierin anzutreten, begannen die Verhandlungen um Austragungsort und Gagen. Die Parteien konnten sich nicht einigen, worauf der WBC ein verdecktes Bietverfahren anordnete. Boss’ Manager Sascha Müller überbot die belgische Offerte um 3600 Euro und erhielt den Zuschlag.

65 Prozent des Betrags, der sich im Bereich von 40'000 bis 50'000 Franken bewegen dürfte, erhält die Championne, den Rest die Herausforderin – zumindest theoretisch. Denn Boss bekommt gar nichts. Das Geld benötigt Müller, Besitzer der Box Academy Bern, um den Event vom 25.April zu veranstalten. Die Durchführung des WM-Kampfs ist finanziell ein Kraftakt. «Ich musste jede Zitrone auspressen», sagt Müller.

Obwohl Müller die Ticketpreise gegenüber früheren Veranstaltungen um 20 Franken angehoben hatte, waren die 400 verfügbaren Eintrittskarten innert weniger Tage ausverkauft. Die Nachfrage ist deutlich grösser als das Angebot. Mit einem Lokalwechsel hätte Müller den Umsatz erheblich steigern können. «Aber der Sternensaal in Bümpliz ist unsere Heimat, unsere Kirche – dort wollen wir diesen WM-Titel holen.» Sascha Müller und Nicole Boss hoffen, dass der Heimvorteil eine entscheidende Rolle spielen wird. «Ich werde mich an nichts gewöhnen müssen, Persoon hingegen muss ihren heimischen Garten verlassen. Sie ist bisher noch nie ausserhalb Belgiens angetreten», meint Boss.

Und der Manager erzählt, die Ambiance im Sternensaal habe «etwas Furchterregendes». Vor dem Titelfight werden elf Amateurkämpfe ausgetragen, wobei die Athleten der Box Academy gegen Vertreter einer italienischen Staffel antreten.ar

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