Boxing Day im Berner Kursaal verschoben

Das traditionsreiche Stephanstag-Meeting findet 2015 nicht statt. Stattdessen sollen die besten Berner Profis am Ostermontag im Kursaal antreten. Ob Nicole Boss ihre Karriere fortsetzt, entscheidet die 36-Jährige in Bälde.

Ergun Mersin (links) ist kürzlich zweimal operiert worden. Er wäre am Stephanstag noch nicht in der Lage, mit voller Kraft zuzuschlagen.

Ergun Mersin (links) ist kürzlich zweimal operiert worden. Er wäre am Stephanstag noch nicht in der Lage, mit voller Kraft zuzuschlagen. Bild: Andreas Blatter

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Das Stephanstag-Meeting ist seit vielen Jahren ein Fixpunkt im helvetischen Boxkalender. Doch heuer wird es nicht durchgeführt. Organisator Daniel Hartmann begründet den Entscheid damit, dass zwei der drei Aushängeschilder nicht zur Verfügung stehen.

Schwergewichtler Ergun Mersin ist rekonvaleszent; er hat die rechte Hand und den rechten Ellbogen operiert. Der Thuner Mischa Nigg, der im Supermittelgewicht kämpft, pausiert derzeit wegen Prüfungen an der Universität.

Alain Chervet wird statt am 26. im Kursaal am 19. Dezember im Sternensaal Bümpliz boxen, am Event der Box Academy Bern. Ob deren Publikumsmagnet, Nicole Boss, auch in den Ring steigen wird, ist noch unklar. «Es hängt von diversen Faktoren ab, ob ich meine Karriere fortsetze. Den Entscheid werde ich wohl in den nächsten zwei Wochen fällen», sagt sie.

Seit der Niederlage im April gegen die belgische WBC-Weltmeisterin Delfine Persoon hat die 36-Jährige aus Wohlen keinen Kampf mehr bestritten. Auf der faulen Haut liegt Boss allerdings nicht; sie befindet sich im Training und ist sogar nach Karlsruhe gereist, um gegen starke Gegnerinnen Sparringrunden zu absolvieren.

Titelkampf für Chervet

Hartmann hat den Boxing Day nicht abgesagt, sondern verschoben. Das Meeting ist nun für den Ostermontag geplant. «Best of Berne» soll das Motto lauten. Neben Chervet, Mersin und eventuell Nigg soll auch der Burgdorfer Agron Dzila, der im Cruisergewicht 23 von 24 Fights für sich entschieden hat, in den Ring steigen. Als Höhepunkt ist Chervets Auftritt vorgesehen. Hartmann versucht, für den Leichtgewichtler aus Zollikofen einen Junioren-WM-Kampf nach IBF-Version auf die Beine zu stellen.

Der sportliche Wert solch eines Titels ist freilich bescheiden; den Verbänden geht es in erster Linie darum, Sanktionsgebühren einzukassieren. Trotz seiner unbestrittenen Fortschritte kann niemand mit gutem Gewissen behaupten, Chervet sei in seiner Gewichtsklasse eine der weltbesten Profis unter 26 Jahren. Das weiss auch Daniel Hartmann, Chervets Trainer, Manager und Mentor. «Mehrdimensionale Überlegungen haben dazu geführt, einen Titelkampf anzustreben», sagt er.

Mit einem Sieg, und das sei der Hauptgrund, könne sich Chervet im IBF-Ranking schlagartig verbessern, was die Perspektiven verbessere. Doch Hartmann fügt als Argumente auch an, der Kampf gegen einen starken Gegner sei für den Sportler motivationsfördernd und lasse sich besser vermarkten. Der engagierte Boxing-Kings-Besitzer hofft, das attraktive Programm veranlasse das Schweizer Fernsehen dazu, über den Event zumindest mit einer Teilaufzeichnung zu berichten.

Der Traum vom Hallenstadion

Hartmann träumt sogar davon, eine noch grössere Veranstaltung zu organisieren – mit der Affiche «Best of Swiss Boxing». Mit dabei sein sollen zusätzlich zu den am Ostermontag präsentierten Athleten auch der starke Burgdorfer Nuri Seferi, der in den letzten Jahren vornehmlich im Ausland angetreten ist, und Arnold Gjergjaj, der mit Abstand beste Boxer des Landes.

Der Schwergewichtler aus dem Baselbiet ist ungeschlagen und gehört im Schwergewicht zur erweiterten Weltklasse. Ein Event dieser Güteklasse liesse sich im Kursaal mit rund 1000 Zuschauern nicht finanzieren. Daher denkt Hartmann in Bezug auf den Austragungsort ans Zürcher Hallenstadion. (Berner Zeitung)

Erstellt: 04.11.2015, 08:51 Uhr

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