Am meisten olympische Medaillen gewann die Schweiz im Turnen

In der 120-jährigen Geschichte der Olympischen Sommerspiele sind über 30'000 Medaillen vergeben worden. Eine Analyse der offiziellen Daten zeigt, welche Athleten einen Platz in der ewigen Ruhmeshalle haben und welche Länder Siegernationen sind.

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Jon Mettler@jonmettler

Erstmals finden in diesem Jahr die Olympischen Sommerspiele in Südamerika statt. Rio de Janeiro führt den wichtigsten globalen Sportanlass vom 5. bis am 21. August 2016 durch. Am häufigsten wurden die Spiele bis jetzt in den USA ausgetragen – viermal in drei US-Metropolen. Die einzige Stadt, welche die Spiele bisher dreimal zugesprochen erhalten hat, liegt jedoch in Europa. Es handelt sich um London.

Die häufigsten Austragungsländer

Die häufigsten Austragungsorte

In den vergangenen 120 Jahren der modernen Olympischen Sommerspiele sind total 31'159 Medaillen an Athleten aus 146 Nationen vergeben worden. Das zeigt eine Analyse aller Medaillengewinner seit Athen 1896 durch bernerzeitung.ch. Die offiziellen Daten stammen vom Internationalen Olympischen Komitee (IOK).

Zur Präzisierung: Die Auswertung basiert auf der Anzahl der Medaillengewinner und nicht auf der Anzahl der gewonnenen Disziplinen. Eine siegreiche Mannschaft im Ruder-Achter zählt also als achtmal Gold und nicht als einmal Gold. Diese Zählweise weicht von der offiziellen des IOK ab, da sie Nationen, die in Mannschaftssportarten erfolgreich sind, tendenziell überbewertet. Trotzdem zeigen die Zahlen anschaulich, welche Länder und Athleten am besten abgeschnitten haben.

Hier gelangen Sie zum Datensatz mit allen Medaillengewinnern der Olympischen Sommerspiele seit 1896.

Mit Abstand am meisten Medaillen gewonnen haben Athleten aus den USA. Sie haben seit Beginn der modernen olympischen Bewegung den Spielen ihren Stempel aufgedrückt. Silber holt die Sowjetunion. Obwohl die UdSSR nach dem Mauerfall 1989 zusammengebrochen ist, konnte sie immer noch nicht vom zweiten Platz verdrängt werden. Grossbritannien als drittbeste Medaillennation ist der Sowjetunion aber auf den Fersen.

Die Rivalität zwischen amerikanischen und sowjetischen Sportlern prägte während des Kalten Kriegs die Olympischen Sommerspiele. Die Sowjets schafften es bereits während Melbourne 1956, die Amerikaner beim Total der Medaillengewinner zu überholen. Die Lücke in der Grafik kommt zustande, weil die USA die Spiele in Moskau 1980 boykottierten. Umgekehrt blieben Ostblock-Staaten den Spielen von 1984 in Los Angeles fern.

Die Männer dominieren den Medaillenspiegel deutlich. Frauen nahmen erstmals in Paris 1900 teil und holten damals 11 Medaillen. Seither sind die Frauen am Aufholen. In Peking 2008 wurden total 932 Medaillen an Athletinnen vergeben – so viele wie noch nie.

Die erfolgreichste Athletin heisst Larissa Latynina. Sie hat für die Sowjetunion total 18 olympische Medaillen gewonnen. In Melbourne 1956, Rom 1960 und Tokio 1964 drückte die heute 82-Jährige dem Kunstturnen ihren Stempel auf.

Die erfolgreichste Schweizerin an Olympischen Sommerspielen ist Christine Stückelberger. Die Dressurreiterin gewann an den Sommerspielen in Montreal 1976, Los Angeles 1984 und Seoul 1988 insgesamt fünf Medaillen: einmal Gold, dreimal Silber und einmal Bronze.

Den Rekord-Olympioniken stellen jedoch die USA. Der Schwimmer Michael Phelps hat total 22 Medaillen gewonnen, davon 18-mal Gold. Der heute 31-Jährige schwamm in Athen 2004, Peking 2008 und London 2012 der Konkurrenz regelrecht davon.

Zum Vergleich: Der erfolgreichste Schweizer Olympionike gewann acht Medaillen, davon viermal Gold. Georg Miez gehörte in Paris 1924, Amsterdam 1928, Los Angeles 1932 und Berlin 1936 zu den besten Turnern.

Die Schweiz ist eine olympische Nation von Turnern. Am meisten Medaillen haben Schweizer Athleten mit deren 83 in dieser Sportart gewonnen, davon 23-mal Gold.

Nach Gold gewichtet, bestritt die Schweiz ihre erfolgreichsten Sommerspiele 1928 in Amsterdam, wo sie 16-mal das begehrteste Edelmetall holte. Ist das Total der gewonnen Medaillen ausschlaggebend, so sticht Paris 1924 hervor. Damals gewannen die Schweizer 65 Medaillen. Seither sind ähnlich bedeutende Erfolge ausgeblieben.

In den vergangenen 120 Jahren hat das IOK immer wieder neue Sportarten aufgenommen und alte aus dem olympischen Programm geworfen. Zu den exotischeren gehörten Seilziehen, Croquet, Jeu de Paume, Lacrosse und Roque.

Bernerzeitung.ch/Newsnetz

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