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Aeberhards zweiter Coup

Nadine Aeberhard hat mit dem zweiten Weltmeistertitel in Folge Schweizer BMX-Geschichte geschrieben.

Eine Schrecksekunde gab es im Finallauf der Weltmeisterschaften in Baku (AZE): Wie von einer Tarantel gestochen, preschte die Australierin Des’Ree Barnes in einer Kurve auf die führende Nadine Aeberhard zu. «Ich bin erschrocken», gesteht Aeberhard.

Doch die Titelverteidigerin aus dem bernischen Rapperswil hielt dem Rammstoss Stand und konnte schliesslich ausweichen. Barnes dagegen stürzte. Aeberhard verlor zwar Schwung, kam dennoch überlegen als Erste ins Ziel. Die 16-Jährige war erneut Weltmeisterin.

Ein Jahr vorher hatte sie in Rock Hill (USA) überraschend bei den 15-Jährigen triumphiert. «Der erste WM-Titel war schon speziell, aber der zweite ist noch schöner. Ich kann es fast nicht glauben», freut sich Aeberhard immer noch über ihren Coup vor vier Wochen.

Auch Nationaltrainer Hervé Krebs ist stolz: «Noch nie zuvor ist im BMX ein Fahrer aus der Schweiz zweimal nacheinander Weltmeister geworden.» Krebs attestiert Aeberhard ein «grosses Potenzial».

Er ist überzeugt, dass sie sich auch nächstes Jahr bei den Juniorinnen (17/18 Jahre) mithalten wird. «Da wird eine Titelverteidigung auf jeden Fall schwieriger werden», weiss ­Aeberhard. «Die Startrampe wird dann acht Meter hoch, die Sprünge werden grösser und die Gegnerinnen auch älter sein.»

Aber nicht nur die sportliche Herausforderung wird sich ändern. Aeberhard beendet morgen das 9. Schuljahr und wird bei der Gemeinde Lyss ein sogenanntes Sport-KV beginnen. Sie hatte sich auch an ihrem Wohnort bei der Gemeinde Rapperswil beworben. «Aber da wäre nur eine normale KV-Lehre möglich gewesen.»

Jetzt hat sie für die gleiche Ausbildung ein Jahr mehr Zeit zur Verfügung. «Das erlaubt ihr ­weiterhin genügend Trainings, damit sie das höchste Niveau erreichen kann», erklärt Nationalcoach Krebs. Aeberhard trainiert auf der Strecke ihres BMX-Clubs in Blumenstein wie auch in Aigle.

Erstmals Europameisterin?

Ihr nächstes Ziel ist die Junioren-EM in Frankreich. «Europameisterin war ich noch nie», sagt die Silbermedaillengewinnerin 2017. Die Form stimmt. Am vergangenen Sonntag wurde sie Schweizer Meisterin.

Für die EM in Sarrians muss Aeberhard übrigens nächste Woche neben der Reise in die Provence auch das vom Verband vorgeschriebene 120 Franken teure Trikot selber bezahlen. «BMX ist auch innerhalb von Swiss Cycling eine Randsportart», weiss die Doppelweltmeisterin. Das schmälert ihre Erfolge indes keineswegs.

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